30 Jahre nach Explosion Hülle für Tschernobyl-Reaktor vor Abschluss

Die Schutzhülle für das 1986 explodierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine soll nach jahrelanger Montage noch dieses Jahr fertig sein. Der neue Mantel werde voraussichtlich Ende November internationalen Gästen präsentiert, sagte der ukrainische Umweltminister.

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Soll noch in diesem Jahr eine neue Schutzhülle erhalten: Der havarierte Atomreaktor in Tschernobyl. Keystone

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Mit dem Stahlbogen wird laut Ostap Semerak die Sicherheit um das abgeschaltete AKW «auf ein neues Niveau gebracht«. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) bestätigte die Pläne. «Der Termin ist aber nur bei gutem Wetter zu halten», sagte EBRD-Sprecher Anton Ussow. Meteorologen im zweitgrössten Flächenstaat Europas erwarten in den nächsten Wochen Nachtfrost und erste Schneefälle.

Noch 200 Tonnen Uran in der Anlage

Die neue Schutzhülle soll einen Betonsarkophag ergänzen, der nach der Kernschmelze vor mehr als 30 Jahren eilig errichtet wurde und brüchig ist. Der Mantel soll in einem spektakulären Manöver über 250 Meter transportiert werden und einen Strahlenaustritt aus dem havarierten Meiler verhindern. In der Anlage befinden sich noch 200 Tonnen Uran.

Demnach wird über den explodierten Block das grösste bewegliche Bauwerk der Welt geschoben: ein Stahlbogen von 108 Meter Höhe, 162 Meter Länge, 257 Meter Breite und einem Gewicht von mehr als 30'000 Tonnen. Ein internationales Konsortium baut die Hülle seit 2010 nahe der «Todeszone«. Der neue Mantel soll 2,2 Milliarden Euro kosten.

«Beim Bogen verläuft alles nach Plan»

Mehr als 40 Staaten ermöglichten das Mammutprojekt. Allein hätte die finanziell klamme Ex-Sowjetrepublik Ukraine den Bau nicht stemmen können. Auch nach der offiziellen Inbetriebnahme 2017 wird der Unterhalt der Konstruktion nicht ohne internationale Hilfe auskommen, um etwa 100 Jahre lang vor tödlicher Strahlung zu schützen.

Auf der Internetseite der ukrainischen Staatsagentur zur Verwaltung der Evakuierungszone um das ehemalige Kraftwerk zeigt ein Countdown: Sieben Wochen verbleiben bis zum Abschluss der neuen Schutzhülle. «Beim Bogen verläuft alles nach Plan», sagte Umweltminister Semerak. (sda)

Publiziert am 17.10.2016 | Aktualisiert am 17.10.2016
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4 Kommentare
  • thomas  Marti 17.10.2016
    Das ist erst der Anfang. Bei 4,468 Milliarden Jahren Halbwertszeit von Uran 238, sind da sicher noch ein paar Nachträge nötig. Dann strahlt es nur noch die Hälfte... Ach ja, das ist dann auch in etwa noch gerade die zu erwartende Lebensdauer des Planeten Erde. (nicht die der Menschheit)
  • peter  Schaad 17.10.2016
    Ich empfehle die sehr interessante Dokumentation "Tschernobyl - Der Millionensarg" anzuschauen. Offenbar ist da kaum mehr spaltbares Material drinnen, wurde damals offenbar alles freigesetzt. Leute sind bis in die Reaktor"Gebiete" eingedrungen, ohne was zu finden. An der neuen Hülle haben aber nun viele dran verdient.. Es ist richtig, dass man da was machen muss, aber vielleicht hätte man nun wirklich besser einen Rückbau statt eine weitere Hülle in Betracht gezogen.
  • beat  sigrist aus Manila
    17.10.2016
    Und wer hat diesen neuen Sarg bezahlt ? Nein nicht Russland der Verursacher von diesem Problem sondern der ganze Rest von Europa und Putin lacht sich einmal mehr ins Fäustchen. Denn wenn Russland dies bezahlen müsste hätten sie ja kein Geld mehr um Zivilisten abzuschlachten in Syrien. Was für eine verrückte Welt im jahr 2016 !
    • Daniel  Gerber aus Zürich
      17.10.2016
      Ich mag mich irren, aber übernahmen nicht die EU und die G7 Staaten einen grossteil der zwei Milliarden übernehmen?