22 Kinder sterben bei Luftangriff auf syrische Schule Russen «hoffen», dass sie es nicht waren

Sechs Lehrer und 22 Schüler kamen am Mittwoch in Syrien durch Fallschirmbomben ums Leben. Der Angriff bringt Russland in Erklärungsnot.

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Die jüngste Tragödie aus dem schwer umkämpften Nordwesten Syriens stammt aus der Provinz Idlib: Am Mittwoch sterben dort im Dorf Haas 22 Kinder und sechs Lehrer. Getötet wurden sie mit sogenannten Fallschirmbomben, die über der Schule im Ort abgeworfen wurden.

Gemäss dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef wurde das Gelände gleich mehrmals angegriffen. Ein zweites Bombardement traf die Schule, als Kinder und Lehrer ins Freie flüchteten.

Oppositionelle filmen Kampfjet

Die Provinz Idlib gilt als Hochburg der Oppositionstruppen in Syrien. Der Bombenangriff bringt deshalb vor allem Russland in Bedrängnis: Seit Monaten fliegen russische Kampfjets in der Region Luftangriffe. So auch am vergangenen Mittwoch.

Oppositionelle wollen einen Kampfjet über der Stadt gefilmt haben, der mindestens eine Fallschirmbombe abwirft, schreibt «Spiegel Online». Beim Jet soll es sich um einen russischen Bomber vom Typ Suchoi SU-24 handeln. In Syrien verfügen nur Russlands Truppen und die Armee von Baschar al-Assad über dieses Flugzeug.

Auf diesen Video-Aufnahmen soll der russische Bomber zu sehen sein. play
Auf diesen Video-Aufnahmen soll der russische Bomber zu sehen sein. Screenshot Youtube

 

Mit den Anschuldigungen konfrontiert, gerät Russland zunehmend in Erklärungsnot. «Ich hoffe, dass wir nicht beteiligt waren», meinte beispielsweise der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin. Und beim Verteidigungsministerium hiess es lediglich, man habe in den vergangenen Tagen keine Angriffe im Radius von zehn Kilometern um die Grossstadt Aleppo geflogen.

Der Haken: Die angegriffene Schule liegt über 80 Kilometer entfernt von Aleppo.

Für Russland sind Berichte «eine Lüge» 

Gestern wurde eine Sprecherin des russischen Aussenministeriums dann doch noch deutlich: «Die Russische Föderation hat mit dieser schrecklichen Tragödie nichts zu tun», sagte sie. Berichte arabischer und westlicher Medien über eine russische Beteiligung am Angriff seien «eine Lüge»

 Der Vorfall soll von internationalen Organisationen untersucht werden. In Moskau prüfe man bereits alle vorliegenden Daten.

A boy inspects a damaged site after shelling in the rebel held town of Hass, south of Idlib province play
REUTERS

Bei der Uno wählte man als Reaktion auf die Nachricht ebenfalls klare Worte. «Dies ist eine Tragödie. Es ist ein Skandal. Und, wenn vorsätzlich, ein Kriegsverbrechen», sagte Unicef-Direktor Anthony Lake gestern in New York. Der Angriff in Haas sei möglicherweise die tödlichste Attacke auf eine Schule seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren. (cat/SDA)

Publiziert am 28.10.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016
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2 Kommentare
  • Chris  Hug aus Dubai
    28.10.2016
    Sicher hoffen viele das man so eher vergisst, das die Amerikaner ein Spital bombardiert haben.
  • Melissa  Baumann 28.10.2016
    Klar hoffen die dass, die wünschen sich sehnlichst, dass es die Amerikaner gewesen sind, damit wir wieder sagen können; Böse, böse Amis!