Haiti-Beben 200'000 Tote

  • Publiziert: 04.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

PORT-AU-PRINCE – Die Zahl der Todesopfer des Horror-Bebens in Haiti steigt weiter. Die Regierung gab gestern bekannt, dass 200'000 Menschen getötet wurden.

Die Zahl der beim Erdbeben in Haiti getöteten Menschen liegt inzwischen offiziell bei 200000. Die Regierung korrigierte die bisherige Zahl um 30000 Tote nach oben.

Regierungschef Jean-Max Bellerive gab gestern in der Hauptstadt Port-au-Prince die neue Zahl bekannt. Wegen Seuchengefahr in der haitianischen Erdbebenregion starteten Hilfsorganisationen gleichentags eine Massenimpfung.

Etwa 700000 Menschen – darunter 140000 Kinder – in etwa 500 provisorischen Lagern sollen gegen Masern, Tetanus und Diphtherie geimpft werden.

Unter anderem wird sich das Rote Kreuz mit über 30 Helferteams an der Impf-Aktion der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beteiligen. Nach Angaben des Roten Kreuzes sind Kinder wegen der unzureichenden hygienischen Verhältnisse in den Lagern ohne fliessend Wasser, Abwasserkanalisation und Müllentsorgung besonders gefährdet.

Proteste

Aus Protest gegen Engpässe bei der Verteilung von Hilfsgütern gingen in Port-au-Prince mehrere hundert Menschen auf die Strasse. Die Demonstranten versammelten sich am gestern im Stadtteil Pétionville. Sie verlangten Lebensmittel, Wasser, Arbeitsplätze und Schulen für ihre Kinder.

«Die haitianische Regierung hat nichts für uns getan, sie hat uns keine Arbeit gegeben», klagte ein Demonstrant, der seit dem schweren Erdbeben in einer Notunterkunft lebt. Die internationale Hilfe wird künftig durch Ex-US-Präsident Bill Clinton koordiniert. Dies gab die UNO in New York bekannt.

Wahl verschoben

Die für Ende Februar geplanten Wahlen in Haiti wurden inzwischen offiziell verschoben. Ein neues Datum stehe noch nicht fest, hatte die Wahlkommission am Dienstag in Port-au-Prince mitgeteilt.

Die Gebäude der Wahlkommission waren ebenso wie zahlreiche Regierungsgebäude bei dem Erdbeben vor drei Wochen stark beschädigt worden. Die Regierung berät über einen Vorschlag, das Mandat der 99 Abgeordneten und elf Senatoren um zwei Jahre zu verlängern. Präsident René Préval und sein Kabinett tagen derzeit in einem Polizeigebäude beim Flughafen. (gca/SDA)

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