DAMSKUS - Die Lage für die Zivilbevölkerung in der umkämpften Wirtschaftsmetropole wird immer schlimmer. Der Angriff sei ein «Sargnagel» für Assad, sagen die USA.
Angesichts der schweren Kämpfe in Städten wie Aleppo und Damaskus haben die Vereinten Nationen die syrischen Konfliktparteien aufgerufen, Zivilisten zu schonen. Zugleich forderte UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos freien Zugang für Hilfsorganisationen zu den Kampfgebieten.
In einer Erklärung vom Sonntag verwies Amos auf Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und des Syrischen Roten Halbmondes. Demnach flohen in den vergangenen Tagen 200'000 Menschen allein aus der umkämpften Wirtschaftsmetropole Aleppo.
«Niemand weiss, wie viele Menschen an Orten gefangen sind, an denen die Kämpfe heute weitergehen», erklärte Amos. Sie forderte die Konfliktparteien auf, «Hilfsorganisationen sicheren Zugang zu erlauben, um dringend benötigte und lebensrettende Hilfe zu den Menschen zu bringen, die von den Kämpfen eingeschlossen sind».
Viele Flüchtlinge hätten Zuflucht in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden in sichereren Gegenden gesucht. «Sie brauchen dringend Lebensmittel, Matratzen, Decken, Hygieneartikel und Trinkwasser», so Amos weiter.
Besonders der Sturm der Regierungstruppen auf die Millionenstadt Aleppo steht international unter massiver Kritik. Nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Leon Panetta beschleunigt die Offensive jedoch nur den Untergang des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.
Zu Beginn seiner fünftägigen Reise in mehrere arabische Staaten sagte Panetta am Sonntag, der Angriff sei ein «Sargnagel» für Assad: «Was Assad seinem eigenen Volk angetan hat und weiter antut, macht der Bevölkerung klar, dass sich sein Regime dem Ende zuneigt.»
Der syrische Präsident habe jegliche Legitimität verloren, fügte der Pentagonchef hinzu. Die Frage sei nicht mehr, ob Assad stürze, sondern wann. (sda)