Massenpanik bei Love-Parade 19 Tote und hunderte Verletzte

DUISBURG – Bei einer Massenpanik während der Loveparade im deutschen Duisburg sind heute mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer könnte aber noch steigen.

  • Publiziert: 19.00 Uhr, Aktualisiert: 19.01.2012

«Es gab keine Fluchtmöglichkeit, Leute standen mir wie eine Wand gegenüber. Ich hatte Angst, ich sterbe!» Augenzeuge Marius (18) erzählt auf «Bild.de» vom Drama in Duisburg. Es hätte ein riesiges Techno-Fest werden sollen. Anstattdessen kams zu einer gigantischen Tragödie.

Zu der Panik war es laut Polizei in einem Tunnel vor dem Loveparade-Gelände am ehemaligen Güterbahnhof gekommen. Vor dem eingezäunten Gelände des Güterbahnhofs hatte sich auch am Nachmittag noch der Besucherstrom gestaut, einige andere Teilnehmer wollten aber auch schon nach Hause. Der Tunnel war dabei ein Nadelöhr.

Rund um den Beginn der Abschlusskundgebung um 17.00 Uhr entstand Gedränge unter Besuchern, die schnell auf das Gelände wollten. Nach ersten Schätzungen waren insgesamt rund eine Million Menschen bei der Loveparade. Mehr als eine halbe Stunde vor der Massenpanik hatten Augenzeugen die Polizei vor der Gefahr gewarnt.

1,4 Millionen Menschen

Nach Medienberichten waren 1,4 Millionen Menschen auf das Gelände des alten Güterbahnhofs gekommen. Die Parade hatte am Mittag begonnen und sollte bis weit in die Nacht hinein dauern.

Trotz des tragischen Geschehens lief das Musikspektakel aus Sicherheitsgründen noch weiter, um eine mögliche weitere Panik zu verhindern.

«Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen die Veranstaltung zurzeit nicht zu beenden», erklärte Stadtsprecher Frank Kopatschek. Die Notausgänge des Geländes wurden aber inzwischen geöffnet.

Die Polizei sperrte nach dem Unglück den Hauptbahnhof. Bahnsprecher Udo Kampschulte sagte der dpa, durch die Panik seien viele Leute auf die Gleise in der Nähe des Loveparade-Geländes ausgewichen.

Zugverkehr in Richtung Süden gebe es seit kurz nach 18.00 Uhr nicht mehr. Mittlerweile würden sich die Menschen vor dem Hauptbahnhof stauen.

Autobahn gesperrt

Nach einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks wurde die Autobahn A59 für den Verkehr gesperrt, offensichtlich um die Rettungskräfte über die Autobahn zu leiten.

Auf Bildern, die der Sender von dem Partygelände übertrug, war zu sehen, wie ein Helikopter zu landen versuchte. Neun Rettungshelikopter seien im Einsatz, hiess es.

Die Bundespolizei war ursprünglich mit mehr als 1200 zusätzlichen Polizeibeamten im Einsatz gewesen, um den Besuchern einen sicheren Weg vom Bahnhof zum Partygelände zu ermöglichen.

Die Loveparade unter dem Motto «The Art Of Love» gilt als eine der wichtigsten und grössten Veranstaltung zur «Ruhr.2010» im Kulturhauptstadtjahr. Die Raver-Parade war 1989 in Berlin gegründet worden und ist 2007 in Ruhrgebiet gezogen.

2009 hatte die Stadt Bochum kein geeignetes Gelände gefunden. In Duisburg fand sie erstmals auf einem abgeschlossenem alten Bahngelände mit nur 15 Floats statt. Im Sommer 2011 soll die Loveparade in Gelsenkirchen Station machen. (SDA)

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