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Beim Absturz eines Passagierflugzeugs sind heute im Nordwesten des Irans alle 168 Insassen ums Leben gekommen. Das Flugzeug der iranischen Gesellschaft Caspian Airlines vom Typ Tupolew stürzte nur 16 Minuten nach dem Start in Teheran ab.
Augenzeugen zufolge fiel es plötzlich vom Himmel und explodierte. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder der Maschine seien tot, sagte ein leitender Mitarbeiter der Rettungskräfte nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens. Auf dem Boden kam niemand zu Schaden.
An Bord befanden sich laut der iranischen Zivilluftfahrt 153 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder. Die Nachrichtenagentur Isna meldete, auch die iranische Jugendnationalmannschaft im Judo sei unter den Insassen gewesen.
Das Flugzeug war auf dem Weg von Teheran in die armenische Hauptstadt Eriwan. Der Absturz ereignete sich um 11.49 Uhr Ortszeit (09.19 Uhr MESZ) in der Nähe des Dorfs Dschanat-Abat in der Provinz Kaswin, wie ein Sprecher der zivilen Luftfahrt mitteilte.
Alle Insassen verbrannt
«Es kam zu einer Explosion, die einen zehn Meter tiefen Krater im Boden hinterlassen hat», sagte ein Feuerwehrsprecher. «Wir konnten nichts mehr tun.» Alle Insassen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, sagte ein Polizeichef, die Identifizierung werde schwierig.
Das staatliche Fernsehen zeigte einen riesigen Krater an der Stelle, an der die Maschine abgestürzt war. Schuhe, Kleider und Wrackteile lagen über den gesamten Unglücksort verstreut.
Der Polizei zufolge hat die Maschine plötzlich Feuer gefangen, bevor sie abstürzte und explodierte. Auf der Suche nach einem geeigneten Landeort habe das Flugzeug noch einige Runden gedreht. Ein Augenzeuge sagte dem englischsprachigen Fernsehsender Press TV, das Flugzeug sei «plötzlich vom Himmel gefallen und explodiert».
Nach den Worten des Chefs der iranischen Luftfahrtbehörde, Ahmad Momeni, schien beim Kontakt zwischen den Piloten und dem Tower alles normal zu sein.
Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad sprach den Familien, dem iranischen Volk und Irans oberstem geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei sein Beileid aus und kündigte eine rasche Untersuchung der Umstände des Unglücks an.
Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft und die Europäische Kommission äusserten sich bestürzt über das Unglück. Sie sprachen den Angehörigen und Freunden der Opfer sowie der iranischen Regierung ihr Beileid aus.
Von Sanktionen betroffen
Bei dem Unglück handelt es sich um den dritten Crash einer Tupolew seit 2002. Von den westlichen Sanktionen gegen den Iran ist besonders die Luftfahrt betroffen. Neue Maschinen werden dem Land nicht verkauft, auch bekommt das Land keine Ersatzteile für die alten Flugzeuge.
Ursprünglich besass der Iran auch Maschinen vom Typ Boeing und Airbus. Wegen der Sanktionen musste das Land auf die russische Tupolew umsteigen, weil sich Russland nicht an dem Boykott gegen das Regime beteiligt. (hhs/SDA)