MONACO – Toni M. (37) hatte freie Fahrt ins Glück – allein am Steuer seines Geldtransporters, die Kollegen getäuscht. Jetzt holte ihn die Gerechtigkeit ein.
Vorletze Woche in Lyon (F). Ein Geldtransporter, der für die Banque de France unterwegs ist, parkiert vor den eigenen Büros. Zwei Männer steigen aus, um Papierkram zu erledigen. Gegen die Regeln bleibt der Fahrer Toni M. allein im Wagen zurück – und haut ab (Blick.ch berichtete).Im Fahrzeug kappt er GPS- und Funkverbindungen und taucht in einem Vorort unter. Doch die Beute ist eine Nummer zu gross: 49 Säcke voller Bargeld, umgerechnet 16 Millionen Franken. Der Wachmann packt Dutzende Säcke in einen Mietwagen und parkiert diesen in einer Garage.Zwei Tage später spüren die Fahnder das Auto mit der Millionenladung auf. Dem 39-Jährigen bleiben rund vier Millionen. Doch seine Jäger wissen, dass der Einzelgänger nun schwer im Ausland untertauchen und eine neue Identität aufbauen kann.Mietwagen, Testfahrt, HausputzSeinen grossen Coup hatte Toni M. minutiös vorbereitet. Schon Monate vorher mietete er unter falschem Namen die Garage für den Mietwagen an. In den Tagen vor dem Diebstahl fuhr er die Strecke ab, wo er den Geldtransporter ausladen wollte, räumte seine Bankkonten und putzte seine Wohnung, um Spuren zu beseitigen.Zum Verhängnis wurde dem Dieb unter anderem ein Unfall. Jemand hatte sein Mietauto beschädigt, M. verlangte ein neues. Der Vermieter bestand darauf, dass er den Schaden bei der
Polizei anzeige. Der Wachmann tat das – und rief damit sein Gesicht dem Garagenverwalter, dem Autovermieter und der Polizei in Erinnerung.Der Geständige soll nun den französischen Behörden übergeben werden. Trotz des Diebstahls gehen Juristen davon aus, dass Toni M. glimpflich davonkommt: Weil er gewaltlos agierte, drohen ihm maximal drei Jahre Haft wegen schweren Diebstahls. (SDA/dip)