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Seine Klage stösst auf heftige Gegenwehr: Silvio Berlusconi.- AP
115000 Menschen haben eine Solidaritätserklärung für die römische Tageszeitung «La Repubblica» unterzeichnet. Von dieser fordert der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi wegen ihrer Berichte über angebliche Sex-Affären und wilde Partys eine Million Euro Schadensersatz.
Die Erklärung, die zahlreiche Politiker, Intellektuelle und Künstler unterschrieben haben, wurde von drei angesehenen italienischen Juristen initiiert. Diese beschuldigen Berlusconi, mit seiner Schadenersatzforderung die freie Presse einzuschüchtern, um sie zum Schweigen zu bringen. Damit gefährde er die Medienfreiheit.
Hintergrund sind die jeden Tag von dem römischen Blatt in einem Kasten veröffentlichten «zehn Fragen» an den Regierungschef, die dieser für diffamierend hält.
«La Repubblica» will in dem Fragenkatalog etwa wissen, wann Berlusconi die 18-jährige Noemi Letizia kennengelernt hat. Und ob er Kontakt zu anderen Minderjährigen gehabt habe. Zudem will die Zeitung wissen, was ihn dazu gezwungen habe, über Monate hinweg «nicht die Wahrheit zu sagen» und vier verschiedene Versionen zum «Fall Noemi» zu liefern.
Nachgefragt wird auch nach Berlusconis berichteten Treffen mit einem Callgirl und ob ihn das nicht als Regierungschef erpressbar machen könnte. Die zehnte Frage zielt darauf ab, wie es ihm nach alledem gesundheitlich geht.
Der Appell der Juristen wurde von angesehenen Persönlichkeiten unterzeichnet. Darunter befinden sich die Schriftsteller Umberto Eco, Andrea Camilleri und Roberto Saviano, der Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo, der Regisseur Bernardo Bertolucci und der Sänger Adriano Celentano.
Berlusconi hatte vergangene Woche mehrere europäische Zeitungen wegen ihrer Berichterstattung über sein Privatleben eingeklagt. Gerichtsverfahren seien in Italien, Frankreich und Spanien angestrengt worden. Klagen in Grossbritannien würden noch geprüft, sagte Berlusconis Anwalt Nicolo Ghedini am Freitag. (SDA/gca)