11 Todesopfer nach IS-Terror: Ist das der Bomber von Istanbul?

  • Die Zahl der Toten nach dem Anschlag in Istanbul ist auf elf gestiegen.
  • Zehn Opfer sind Deutsche, das elfte Opfer stammt offenbar aus Norwegen.
  • Nach Erkenntnissen der deutschen Regierung richtete sich der Anschlag nicht gezielt gegen Deutschland.
  • Die Polizei hat einen Verdächtigen verhaftet - drei russische Staatsbürger mit angeblichen Verbindungen zur Terrormiliz IS wurden festgenommen.
Überwachungsvideo zeigt den mutmasslichen Attentäter von Istanbul
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Nach dem Selbstmordanschlag von Istanbul ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Das sagte der türkische Innenminister Efkan Ala heute nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Thomas de Maizière in Istanbul.

Dieses Bild soll Nabil Fadli zeigen, der Hauptverdächtige des Attentats auf dem Sultanahmet-Platz. play
Türkische Medien zeigen Bilder von Überwachungskameras, die den Selbstmordattentäter vom Sultanahmet-Platz zeigen sollen.

Der türkische Innenminister gab weiter bekannt, dass in ein weiteres Opfer im Spital gestorben sei. Damit steigt die Zahl der Toten auf elf. Zehn davon seien deutsche Staatsbürger, wie das deutsche Aussenministerium heute mitteilte. Das elfte Opfer stammt offenbar aus Norwegen.

Gestern hatte es noch geheissen, dass auch eine Person aus Peru unter den Opfern sei. Die peruanische Aussenministerin hatte das Todesopfer zunächst bestätigt, dann ihre Aussage aber wieder revidiert.

Von den insgesamt 15 Verletzen liegen sieben Urlauber noch im Krankenhaus, davon fünf auf der Intensivstation. Die Zahl der Todesopfer könnte also noch steigen.

Die türkische Polizei hat in der Zwischenzeit drei russische Staatsbürger mit angeblichen Verbindungen zur Terrormiliz IS festgenommen.

Die Polizei habe in deren Unterkunft in der Mittelmeerstadt Antalya auch zahlreiche Dokumente und CDs sichergestellt. Dies meldete die Nachrichtenagentur Dogan. Der russischen Nachrichtenagentur RIA zufolge bestätigte das russische Konsulat die Festnahmen.

Türkische Medien zeigen Bilder eines Verdächtigen

Ein syrischer Attentäter hatte sich am Dienstagvormittag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee im historischen Zentrum Istanbuls in die Luft gesprengt. Zehn Personen wurden getötet, 15 weitere verletzt.

Laut türkischen Medien handelt es sich beim Attentäter vom Sultanahmet-Platz um den 27-jährigen Nabil Fadli. Der türkische Vize-Premier Numan Kurtulmus bestätigte den Namen und sagte, dass Fadli bisher nicht unter Beobachtung der Geheimdienste war.

Er soll sich am 5. Januar als Flüchtling in Istanbul registriert haben. Dabei hat er auch seine Fingerabdrücke abgegeben, welche die Polizei laut unbestätigten Quellen nun mit denen des Selbstmordattentäters verglichen hat. Laut der Nachrichtenagentur DHA wurde Fadli bei der Registrierung von vier Personen begleitet, nach denen jetzt gefahndet werde.

Der syrische Staatsbürger soll 1988 in Saudiarabien zur Welt gekommen sein, das Land aber im Alter von acht Jahren mit seiner Familie verlassen haben.

«Keine Hinweise auf gezielten Anschlag gegen Deutsche»

Obwohl zehn der insgesamt elf Todesopfer in Istanbul Deutsche waren, richtete sich der Anschlag nach ersten Erkenntnissen der deutschen Regierung nicht gezielt gegen Deutschland.

Es gebe nach bisherigem Ermittlungsstand keine Hinweise darauf, sagte Innenminister Thomas de Maizière heute in Istanbul. Er sehe zudem keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzuraten.

Der deutsche Justizminister Heiko Maas sagte in der ARD, dass es für Deutschland selbst keine konkreten Hinweise auf Anschlagsziele gebe. Eine allgemeine Gefährdung sei aber nicht zu leugnen. Ein vierköpfiges Ermittlerteam des Bundeskriminalamts sei nach Istanbul entsandt worden, um die Ermittlungen vor Ort zu unterstützen.

De Maizière betonte weiter, dass sowohl die Türkei als auch Deutschland von Terrorismus bedroht seien: «Deshalb muss die Antwort eine gemeinsame sein.»

Der Kampf gegen den Terrorismus werde auch bei den deutsch-türkischen Regierungsgesprächen am 22. Januar in Berlin auf der Agenda stehen. (SDA/bih/gr)

Publiziert am 13.01.2016 | Aktualisiert am 14.01.2016
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IS-Terror gegen Touristen Türkei verhaftet nach Anschlag drei Russen

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19 Kommentare
  • Markus  Immer aus Anse aux Pins
    14.01.2016
    Der IS hat sich nicht zu dem Anschlag bekannt, was diese normalerweise tun. Es ist anzunehmen, dass hier Erdogan selber dahiner steckt! Er testet aus wie weit man die Deutschen provozieren kann!
  • Meier  Ernst aus Erde
    13.01.2016
    Weiss man denn, das die IS hinter dem Anschlag steckt? Normalerweise bekennen sie sich nach einem Anschlag dazu. Bisher ist das ausgeblieben. Das gleiche galt zumindest früher für die PKK. Nur weil Erdogan sagt das die IS dahinter stecke heisst es nicht, das dem so ist.
  • Uriella  Bianca aus Buhwil
    13.01.2016
    Deutsche hatten wohl die Illusion, die Aufnahme von Flüchtlingen würde sie vor Terrorismus bewahren.
  • Peter  Kay aus Niedergösgen
    13.01.2016
    Tja, der Erdogan sollte langsam kapieren, mit wem er sich da eingelassen hat. Aber er wird den IS nie bekämpfen, lieber die Kurden.
  • Werner  Müller aus st. Gallen
    13.01.2016
    Und täglich wandern tausende dieser friedlichen Religion nach Europa ein. Jeder kann sich selber Gedanken darüber machen was aus Europa wird.