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Die Hackergruppe «Anonymous» war die erste, die die Scientologen im Visier hatte: Sie legte am 19 Januar die Webseite von Scietology.org über mehrere Tage lahm (Blick.ch berichtete). Und sie rief Gesinnungsgenossen im Web dazu auf, das Gleiche zu tun. Mit Erfolg: In den letzten Wochen funktionierten wichtige Webseiten der Organisation in den USA und in Grossbritannien auf einmal nicht mehr.
Es ist anzunehmen, dass «Anonymous» eine eher kleine Gruppe von Computerfreaks ist. Ihr Aufruf und das gezielte Vorgehen gegen die Sekte und ihren Webauftritt scheint die Menschen weltweit aber zu inspirieren: Es hat sich eine ganze Kultbewegung gebildet, die Scientology schikaniert, wo es nur geht. Nicht nur im Internet. Letzte Woche musste das FBI in 19 Scientology-Kirchen im Grossraum Los Angeles ausrücken. Es waren dort überall Couverts mit weissem Pulver deponiert worden. Ungefährlich, wie sich herausstellte.
Wieso die Angriffe auf Scientology? «Anonymous» und andere werfen der Kirche etwa vor, Kritiker der Sekte mundtot zu machen und die Meinungs- und Pressefreiheit zu sabotieren. Die Kirche sei gefährlich und menschenverachtend und ziehe den Leuten lediglich Geld aus der Tasche.
Als fast schon persönlichen Angriff verstanden die Hacker dann die Intervention von Scientology bei Youtube: Der Videoportalbetreiber musste den Film mit Tom Cruise von seiner Seite nehmen. Cruise, einer der prominentesten Anhänger der Sekte, hatte in dem Film beängstigende «Wahrheiten» über die Kirche und ihre Ziele von sich gegeben (Blick.ch berichtete). Diesen Schritt betrachteten die Hacker als klaren Angriff auf die virtuelle Freiheit.
Was ist am 10. Februar nun zu erwarten? «Vielleicht tauchen nur ein paar Kinder mit Brillen auf, die blöde Sprüche klopfen», meint ein ehemaliger Hacker gegenüber «The Age». «Die Aktion könnte aber auch wirklich radikal werden».
Was auch immer «radikal» heissen mag: Den Scientology-Gegnern ist es wichtig, dass jedwelche Aktionen gegen Scientology friedlich und ohne Gewalt ablaufen. Das unterstreichen sie auf ihren Internetseiten und in ihren Blogs immer wieder. Ausnahme: natürlich die virtuelle Gewalt. (gux)