Radio DRS 1 schafft die Volksmusik ab Aufstand der Ländler-Fründe

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Karin El Mais

Radio DRS 1 hat diese Woche beschlossen, ab Februar 2008 keine Volksmusik mehr zu spielen. Die Nationalräte Peter
Föhn (54) und Josef Kunz (62) sind empört. Jetzt planen sie einen politischen Vorstoss.

Mit dem Abschieben der Volksmusik auf den Digitalradiosender Musikwälle hat sich das Schweizer Radio DRS keine Freunde gemacht: «Das ist eine Frechheit», wettert der Schwyzer SVP-Nationalrat Peter Föhn und kündigt an: «Ich werde einen politischen Vorstoss lancieren.» In seiner Interpellation fordert Föhn vom Bundesrat eine Stellungnahme zur Abschaffung der Volksmusik auf DRS 1. «Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen», doppelt sein SVP-Ratskollege Josef Kunz aus Luzern nach.

Gar nicht überrascht vom «volksmusikfeindlichen» Entscheid ist Jakob Freund (61), Präsident des Verbands Schweizer Volksmusik: «Ich habe es längst aufgegeben, mich für mehr Volksmusik am Radio DRS 1 zu engagieren», sagt er. Seit Jahren ist er deswegen im Clinch mit diesem Sender. Fakt ist: Jahr für Jahr bekommt die Volksmusik weniger Sendezeit. Und nun: das definitive Aus!

Radio DRS verspricht den Ländlerfreunden, auf dem Nischensender Musikwälle das Volksmusik-Angebot «massiv auszubauen», so Programmleiter Christoph Gebel (48). Ein schwacher Trost – denn Herr und Frau Schweizer können den Sender nicht über UKW empfangen. Sie müssten sich dafür das neue digitale DAB-Radio kaufen. Kostenpunkt: 100 bis 120 Franken!

Volksmusik-Legende Peter Zinsli ist entsetzt über die «Verbannungs-Politik» von Radio DRS: «Dass die Sendezeit ausgebaut werden soll, ist doch eine faule Ausrede!» Musiker Carlo Brunner spricht ebenfalls klare Worte: «Langsam habe ich das Gefühl, dass die Schweizer Musik nur noch aus Mundart-Rock besteht und dagegen wehre ich mich vehement.» Sich zu wehren, rät auch Volksmusik-Papst Sepp Trütsch. Und zwar auf politischer Ebene: «Nun liegt es an unseren Politikern, dieses Problem in die Hand zu nehmen.» Ein klarer Auftrag an die Nationalräte Kunz und Föhn.

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