Durch sein viertes Olympia-Gold wird Simon Ammann zur Legende «Auf Federer und mich kann Schweiz stolz sein»

  • Publiziert: 21.02.2010, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Martin Arn aus Whistler

Simon Ammanns vierte Goldmedaille ist eine mit historischem Wert. Er springt in neue Sphären. Er selbst sagt, er hatte «keine perfekten Beine – dafür war ich voller Selbstvertrauen».

BLICK: Wie fühlen Sie sich als Vierfacher Olympiasieger?
Simon Ammann: Es ist unfassbar! Ich habe so gut trainiert und bin trotz den ganzen Diskussionen um die Bindung durchgekommen. Auf beiden Schanzen hat es gepasst. Ich hatte am Samstag zwar nicht perfekte Beine, aber es hat gekribbelt. Ich wusste, ich habe grossen Vorsprung und das gab mir Selbstvertrauen. Ich war fast zu selbstsicher.

Wann waren Sie sicher, dass Sie es geschafft hatten?
Ich habe mich eigentlich viel zu früh gefreut, habe schon gejubelt, obwohl ich noch keine Punkte auf der Tafel sah.

Was war das Erfolgs-Geheimnis?
Ich hatte mir vorgenommen, ruhig zu bleiben, bis zum Absprung. Ich konnte voll beschleunigen. Das war der Schlüssel auf dieser Schanze: den vollen Speed mitzunehmen. Der erste Sprung war am Limit. Der Ski ist sehr flach weggegangen. Es war eher Skifliegen als Skispringen.

Wenn Sie die Siege 2002 mit denjenigen von Whistler vergleichen: Wo liegen die Unterscheide?
In Salt Lake City war ich Aussenseiter. Ich hatte auch sehr viel Glück. Es hat einfach alles gepasst. Diesmal bin ich mit grossem Selbstvertrauen an den Start gegangen. Ich weiss auch nicht woran es liegt, in Nordamerika habe ich einfach dieses magische Gefühl. Salt Lake und Whistler – das sind meine zwei Schanzen.

Was ging Ihnen vor dem 2. Sprung durch den Kopf?
Ich habe nur gedacht: Schau nicht dem Adam Malysz nach, schau auf deinen Ski. Ich habe dann doch ein bisschen geschaut, was Adam machte. Ich war nervös, aber ich konnte mich im richtigen Moment zusammenreissen und konzentrieren.

Haben Sie die Diskussionen um die Bindung nicht gestört?
Nein. Ich war eigentlich nur überrascht, dass es so lange dauerte, bis das überhaupt zum Thema wurde. Ich benutze diese Bindung ja schon seit Klingenthal und habe mich damit immer besser gefühlt. Die Bindung ist ein Detail, ein wichtiges zwar, aber meine Erfolge sind sicher nicht nur darauf zurückzuführen. Ich hatte einfach eine Superform, war voller Selbstvertrauen. Nur deshalb konnte ich den ersten Sprung mit so viel Risiko machen. Ich war relaxed und gleichzeitig voll fokussiert. Es hat gepasst.

Was ist nach 2002 passiert?
Es gab Rückschläge. Das Reglement wurde geändert. Materialmässig gab es grosse Umstellungen. Ich bin froh, dass ich jedes Mal aus der Krise fand. Das Team, die Trainer und unser Sportpsychologe haben grossen Anteil.

Sind Sie nun auf einer Stufe mit Roger Federer?
Wir sind ganz unterschiedlich Typen. Roger ist unglaublich konstant. Ich kann dafür bei grossen Anlässen das Beste aus mit herausholen. Die Schweiz kann stolz sein, hat sie solche Sportler wie Roger und mich.

Und jetzt gibt es eine grosse Feier?
Darauf können Sie wetten!

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