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Aus den Boxen dröhnt Metallica. An den Wänden hängen Rocky- und Rambo-Filmplakate. Die Sofas in der Sitzecke haben ihre besten Tage bereits hinter sich. Das Trainingslokal der «Black Panthers» ist nichts für Schöngeister.
Auf den ersten Blick passt Caroline Thommen nicht hierhin, ins Industriegebiet im solothurnischen Aedermannsdorf. Die Hände sind gepflegt, ihre Erscheinung ist zierlich, einzelne Haarsträhnen hat sie pink eingefärbt. «Pink Panther» wird sie deshalb von ihren Klub-Kollegen genannt.
Thommens Äusseres täuscht. Die 19-Jährige kann richtig zugreifen. Sie gehört zu den besten Armdrückerinnen des Landes. Am vergangenen Wochenende wurde sie mit dem rechten Arm Schweizer Meisterin und mit dem linken Zweite. Links und rechts? «Das ist normal bei uns», sagt die Baselbieterin. «Und es ist auch gut für die Figur. Ich möchte doch nicht einen durchtrainierten und einen dünnen Arm haben.»
Thommen, die in einem Altersheim arbeitet, ist im Armdrücken eine Exotin. In der Schweiz betreiben nur etwa zehn Frauen diesen Sport. Deshalb trainiert sie fast ausschliesslich mit Männern. «Für meine Karriere ist das gut, denn so kann ich im Training mehr Kraft aufbauen und bin dann an Wettkämpfen den Frauen überlegen.»
Das Wichtigste im Armdrücken ist nicht die Kraft, sondern die Technik und die Schnelligkeit. Thommen gehört zu den Schnellsten. Duelle mit ihr dauern meistens nur zwei bis drei Sekunden.
Die Auswirkungen können trotzdem gross sein. «Muskelfaserrisse, Zerrungen oder Kratzer gehören dazu», sagt die Halterin von zwei Königspythons. Armdrücken ist eben kein Sport für Tussis. Thommen ist deshalb hart im Nehmen. «Ich habe eigentlich immer Schmerzen. Mal tun mir die Handgeleke weh, mal habe ich Schmerzen beim Schreiben.»
Caroline Thommen gehört zu den besten Armdrückerinnen des Landes.- Benjamin Soland