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«Unglaublich, ich muss mich fast entschuldigen bei Roger Federer», sagt ein überwältigter Cuche auf der Video-Leinwand. Wegen der Rennen in Val dIsère konnte er nicht live in der Basler St. Jakobshalle sein.
Aber dass er aus der Stätte der letzten Ski-Weltmeisterschaft live zugeschaltet war, passte durchaus gut. Denn dort holte der 34-jährige Neuenburger die Medaillen, die ihm nun zur grossen Ehre verhalfen: Gold im Super-G und Silber in der Abfahrt.
Zu verdanken hat Cuche diesen Sieg vor allem dem Schweizer Fernseh-Publikum. Nach der Wahl der Medien und anderer Sportler hatte Roger Federer die Nase noch deutlich vorn. Aber die vielen TED-Anrufe der Fans vermochten das Resultat tatsächlich noch zu kehren – Cuche, der Liebling der Nation!
Auch wenn es ihm fast peinlich war, dem Tennis-Majortitel-Rekordhalter im Jahr seines French-Open-Durchbruchs mit weniger als einem Prozent Wahlstimmen den Titel wegzuschnappen, war Cuche die grosse Genugtuung anzusehen. «Ich hatte es hart in den letzten Jahren und ich bin extrem stolz über diesen Preis.» Stellvertretend übernahm Didiers Bruder die Trophäe.
Dafür war die Sportlerin des Jahres leibhaftig anwesend – was für die Optik sowieso wesentlich interessanter war. In einem smaragdgrünen, rückenfreien Glitzer-Kleid («massangefertigt, das muss sein wegen meinem breiten Kreuz») betrat Kunstturn-Queen Ariella Kaeslin das Sieger-Podium nach letztem Jahr zum zweiten Mal, wirkte aber ehrlich überrascht wie bei der Premiere.
«Das gibt’s ja nicht!», staunte die 22-Jährige. «Wenn ich es nicht steuern kann, erwarte ich prinzipiell nichts, sonst bin ich nachher enttäuscht.»
Nein, alles andere als enttäuscht durfte die Europameisterin und WM-Zweite im Pferdsprung gestern «über die grösste Ehre, die eine Sportler bekommen kann» strahlen. Im Gegensatz zu Federer oder Titelverteidiger Fabian Cancellara stach Ariella ihre erste Konkurrentin aus dem Ski-Zirkus, Lara Gut, überlegen aus.
Ihren besonderen Dank richtete die wortgewandte Luzernerin an ihre Fans, die ihr immer wieder beteuerten, bei Wettkämpfen so mitzuleiden. «Dass ihr mich trotzdem jetzt gewählt habt, rechne ich euch hoch an.»