Vater erschossen in Pfäffikon ZH Staatsanwalt zieht Urteil gegen Stefan L. weiter

PFÄFFIKON ZH - Stephan L. (21) tötete seinen Vater Balts L. (†67) mit einem Kopfschuss. Das Gericht verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft. Die Anklage zieht das Urteil weiter.

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Letzte Woche stand Stephan L.* (21) vor dem Bezirksgericht Pfäffikon ZH. Am 31. März 2015 hatte er seinen Vater Balts L.* von hinten in den Kopf geschossen und sich anschliessend selber bei der Polizei gemeldet.

Am Freitag verblüffte das Gericht die Öffentlichkeit mit dem Urteil: «Nur» fünf Jahre Haft wegen Totschlags.

Staatsanwalt ist mit Ergebnis nicht einverstanden

Staatsanwalt Markus Oertle hatte auf Mord plädiert und 14 Jahre Haft gefordert. Für ihn war klar: Stephan L. hatte seinen Vater geradezu hingerichtet. Deshalb zieht er das Urteil nun weiter, wie er heute gegenüber «Radio Zürisee» sagt: «Ich bin mit dem Ergebnis nicht einverstanden.»

Oertle ist der Meinung, dass es sich nicht um Totschlag, sondern um Mord oder zumindest um vorsätzliche Tötung handelt.

Täter muss lernen, sich selber zu lieben

Für das Gericht war es hingegen ein «klassischer Fall» von Totschlag. Die Kindheit und Jugend von Stephan L. habe «mit einer normalen Eltern-Kind-Beziehung nichts zu tun» gehabt. In der nun anstehenden Therapie würde es deshalb auch darum gehen, dass der junge Täter lerne, sich selber zu lieben.

Gegenüber BLICK sprach der Verteidiger Valentin Landmann von einem «hervorragenden Urteil». Er stellt aber klar: «Mein Mandant ist trotzdem schwer bedrückt. Er weiss, was er getan hat.»

 

*Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 07.11.2016 | Aktualisiert am 09.11.2016
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5 Kommentare
  • John   Kling aus venosa
    07.11.2016
    Wenn der Staatsanwalt nur ein Mü dieser tragischen Geschichte erkennt, was scheinbar nicht in seiner Sensibilität platz hat, dann lässt er es bei diesem Urteil und verzichtet auf den WEITERZUG.
    Ich kenn den Jungen nicht, aber gute und liebe Bekannte des Verurteilten. JEDER AUS DIESEM BEKANNTENKREIS schüttelt den Kopf über die Forderung des Weiterzugs. Dieser junge Mensch hat zu LEBZEITEN, nach dem Tod seiner Mutter, die Strafe, mit den Demütigungen, bereits abgesessen.
  • Fritz  Meyer aus Amden
    07.11.2016
    Schade, sehr sehr schade. Die Staatsanwaltschaft ist wohl sehr behütet aufgewachsen und kann sich nicht vorstellen, wie das in einem Menschen ausschaut mit so einer Kindheit und Jugend. Das soll keine Entschuldigung sein, aber eine Erklärung. Es ist möglich, einem Menschen die Seele "umzubringen", das dauert nur viel viel länger und ist viel viel schmerzhafter Herr Staatsanwalt!!!!!!!
  • Arthur  Stöckli , via Facebook 07.11.2016
    Was so in den Köpfen von Staatsanwälten durchgeht. Dort wo sie durchgreifen sollten haben sie milde oder keine Lust. Bei einem sehr schwierigen Fall wo man ruhig Güte vor Strafe anerkennen kann hingegen nicht. Erstaunlich, hoffe, der Junge meistert sein Leben trotzdem. Irgendwie tut er mir leid, nachdem ihn sein Vater bis auf die Nerven kaputt gemacht hat... kenne auch einen solchen Fall, der Staatsanwalt wohl nicht !!
    • Heinrich  Ochsner 07.11.2016
      da wo ein Staatsanwalt erfolgreich milde wirken lässt, ist er der Sieger. In dem Fall hat er eine böse Schlappe einstecken müssen und das zerstört sein Image, was er nicht verdaut.
  • Karen  Mind 07.11.2016
    Da wäre Kuscheljustiz endlich mal angesagt. Ich wünsche dem jungen Mann alles Gute für die Zukunft und drücke ihm die Daumen, dass er einmal ein "normales" Leben führen darf.