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Die Menschenrechtsorganisation entschied sich daher, mit einer Protestbriefaktion das Bundesamt für Migration (BfM) dringend dazu aufzufordern, von der Ausschaffung des Kameruners abzusehen, wie der Sprecher der Schweizer Sektion von AI, Jürg Keller, am Mittwoch auf Anfrage zu einem Bericht der Basler Zeitung (BaZ) sagte.
Gemäss der Zeitung hatte das BfM das Asylgesuch des 18-jährigen Anatole Zali abgelehnt. Das BfM wollte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA am Mittwochnachmittag dazu Stellung nehmen.
Der Kameruner war in die Schweiz geflüchtet, weil in seinem Heimatland Homosexuelle mit Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis fünf Jahren bestraft werden, wie Keller der SDA weiter sagte. Zudem drohten Misshandlungen durch Mithäftlinge.
«Der Fall von Anatole Zali ist besonders dringlich, weil er jederzeit ausgeschafft werden könnte», betonte Keller. Der Kameruner befinde sich am Flughafen Zürich in Ausschaffungshaft.
Die Protestbriefe und Mails kommen aus der ganzen Welt. «Weltweit besteht ein Netzwerk aus rund 100 000 Personen, die in einem so dringenden Fall dazu aufgerufen werden, einen Brief zu schreiben», erklärte Keller das Vorgehen von Amnesty.
Die Flut von Briefen diene dazu, Öffentlichkeit zu schaffen und Druck auf die zuständigen Behörden auszuüben. Keller rechnet mit mehreren tausend Briefen. Bis am Dienstagnachmittag waren gemäss BaZ bereits rund 100 schriftliche Beschwerden beim BfM eingegangen.
Parallel zur Briefaktion hat Amnesty zur Unterstützung von Anatole Zali eine Anwältin eingeschaltet. Diese wird beim Bfm ein Wiedererwägungsgesuch stellen. Falls der Kameruner doch ausgeschafft wird, wird sich Amnesty bei den Behörden in Kamerun für den 18-Jährigen einsetzen. (SDA)
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Dem Kameruner drohen in der Heimat Gefängnis und Misshandlung wegen seiner sexuellen Orientierung. (Photocase)