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Aarau, 22. Juli: Beim Streit vor einer Disco schlagen mehrere Besucher einen 20-jährigen Mann zusammen und verletzen ihn schwer.
Aarau, 24. Juli: Ein Unbekannter schlägt eine junge Frau spitalreif.
Baden, 26. August: Beim Schlichten eines Streits kassiert ein 28-Jähriger mehrere Messerstiche.
Kein Zweifel: Die Gewaltkriminalität im Aargau hat zugenommen – in den letzten fünf Jahren um 73 Prozent. Polizeikommandant Léon Borer (62) will das nicht länger hinnehmen. Der höchste Polizist des Kantons: «Wir haben eine spezielle Einsatzgruppe geschaffen, um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu verbessern.» Die zwölf Mann starke Einheit kommt vor allem nachts, vielfach in Zivil zum Einsatz, überall dort, wo Schlägereien dr ohen. Die verstärkte Präsenz von Kantons- und Komunalpolizisten soll Prügler vom Dreinschlagen abhalten.
Aber der Kommandant geht noch weiter: Für seine 20 regulären Nachtpatrouillen gilt zudem der vorrangige Befehl, Schlägereien zu verhindern oder raschmöglichst einzuschreiten. Borer: «Das geht klar zu Lasten anderer Tätigkeiten.» Deshalb würden weniger Verkehrskontrollen erfolgen. Bei Sachbeschädigungen oder Diebstählen werde nachts die Täterfahndung auf ein Minimum reduziert.
Borer lässt aber auch die Ursachen der Eskalation nicht ausser Acht. «Fast bei jeder Schlägerei ist Alkohol im Spiel.» Er fordert die Behörden auf, den Zugang zu Hochprozentigem besser unter Kontrolle zu bringen. «Es kann doch nicht sein, dass wir nachts immer öfter bereits 13-Jährige alkoholisiert antreffen.»