90 Prozent noch unbekannt Universum hat zehnmal so viele Galaxien wie gedacht

Mit den heutigen Instrumenten konnte bislang nur 10 Prozent des gesamten Universums beobachtet werden. Mit neuen Teleskopen sollen nun über eine Billion Galaxien sichtbar werden.

Universum viel grösser als gedacht: 90 Prozent noch unbekannt play
Der überwältigende Teil der Galaxien ist mit heutigen Instrumenten gar nicht zu sehen. OKAPIA KG, Germany

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nach Facebook-Aufruf zum Geburtstag 31 Kisten Post für behinderte Denise
2 So dramatisch war die Rettung von Giorgia G. (22) aus Rapperswil SG ...
3 Erste Amtshandlung Trump kippt «Obamacare»

News

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
13 Kommentare
Fehler
Melden

Überraschung am Sternenhimmel: Das Universum enthält mindestens zehnmal mehr Galaxien als angenommen. Zu diesem Schluss kommen Astronomen nach der Analyse von Aufnahmen des «Hubble»-Weltraumteleskops und anderen Beobachtungen.

Universum viel grösser als gedacht: 90 Prozent noch unbekannt play
Das Hubble-Foto zeigt Dutzende weit entfernte Galaxien: Mit den bisherigen Teleskopen konnten erst zehn Prozent des Weltalls beobachtet werden, haben die Astronomen berechnet. KEYSTONE/EPA NASA/NASA/ESA/HUBBLE / HANDOUT

 

Der überwältigende Teil der Galaxien ist demnach mit heutigen Instrumenten gar nicht zu sehen, wie das europäische «Hubble»-Informationszentrum am Donnerstag in Garching bei München mitteilte. Die Wissenschaftler um Christopher Conselice von der Universität Nottingham in Grossbritannien stellen ihre Analyse in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts «The Astrophysical Journal» vor.

Mit Hilfe von «Hubble» hatten Astronomen bereits in den 1990er Jahren die Zahl der Galaxien im beobachtbaren Universum abgeschätzt und kamen auf etwa 100 Milliarden. Die britischen Forscher haben nun akribisch Daten des Weltraumteleskops und anderer Observatorien zu einer dreidimensionalen Ansicht des Universums umgewandelt.

90 Prozent des Alls unbekannt

Über mathematische Modelle schätzten sie dabei die Zahl solcher Galaxien, die mit der heutigen Generation von Teleskopen noch gar nicht beobachtet werden kann. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass rund 90 Prozent der Galaxien für uns nicht erkennbar sind. Die Gesamtzahl der Galaxien im beobachtbaren Kosmos muss demnach bei mehr als einer Billion liegen.

«Es sprengt das Vorstellungsvermögen, dass mehr als 90 Prozent der Galaxien im Universum noch untersucht werden müssen», betont Conselice in einer Mitteilung des «Hubble»-Zentrums. «Wer weiss, was wir für interessante Eigenschaften entdecken werden, wenn wir diese Galaxien mit der nächsten Generation von Teleskopen beobachten.»

Blick in die Vergangenheit

Wegen der enormen Entfernungen ist der Blick in die Tiefen des Alls auch stets ein Blick zurück in die Vergangenheit - so benötigt das Licht von einer zwei Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie zwei Millionen Jahre bis zu uns.

Conselice und Kollegen haben in ihrer Untersuchung bis zu 13 Milliarden Jahre in die Vergangenheit des Weltalls geschaut. Es zeigte sich, dass es im jungen Universum sehr viel mehr und dabei kleinere Galaxien gab, die vermutlich im Laufe der Zeit zu den grossen Galaxien wie unserer Milchstrasse verschmolzen sind. (SDA)

Publiziert am 13.10.2016 | Aktualisiert am 13.10.2016
teilen
teilen
1 shares
13 Kommentare
Fehler
Melden

13 Kommentare
  • John  Tobu 14.10.2016
    ganz einfach zu erklären, denn das Universum ist unendlich und hat schon immer existiert. Die Urknall-Theorie ist schlichtwegs nur eine Theorie, aufgestellt von Theoretikern mit einem beschränkten Wissen. Mehr nicht.
  • Armin  Bruesch aus Thusis
    14.10.2016
    Ich verstehe je länger je weniger, warum die Wissenschaft so viel Geld verprassen kann, mit etwas was nie endgültig bewiesen werden kann. Hier auf unserem kleinen Planet herrscht so viel Chaos , Armut und zu wenig Bildung für viele Völker. Wo die Menschheit niemals (in Lichtjahre) hinkommen wird, dort muss man nicht wissen was ist. Es wäre sinnvoller dieses Geld auf der Realen Weltkugel zu verteilen so, dass jeder Mensch zu Essen und Wasser hat und man zu der REALEN Welt Sorge trägt!
  • Andre  Bertschinger 13.10.2016
    Alleine unsere Galaxie, die Milchstrasse hat geschätzte 50 Milliarden Planeten. Diese nun X 1 Billion Galaxien... Und da gibt es immer noch Menschen die überzeugt davon sind, dass wir die Einzigen im Universum sind. Ich wette es gibt Millionen Zivisilationen im Weltall. Ob wir aber je mit so einer in Kontakt treten werden, oder gar jemanden ausserirdischen treffen werden, darf auf Grund der riesigen Distanzen wohl eher bezweifelt werden. Faszinierend finde ich das Ganze trotzdem.
    • Thomas  Stäubli , via Facebook 14.10.2016
      Sie unterliegen einem weit verbreiteten Irrtum: Es ist ganz und gar nicht ausgeschlossen, dass wir einzigartig sind. Aus unserer Perspektive können wir nämlich nicht sagen, ob die Entstehung von Leben öfters vorkommt oder ein riesengrosser Zufall ist. Es ist nur die Aussage möglich, dass die Wahrscheinlichkeit für Leben nicht Null ist, aber die reellen Zahlenmengen z.B. zwischen 0 und 0.00000000000000000000001 und 0.00000000000000000000001 und 1 sind mathematisch gesehen eben "gleich mächtig".
    • Thomas  Stäubli , via Facebook 14.10.2016
      Interessante Daumen Rauf- und Runter-Statistik. Sie beweist, dass logisches Denken weiterhin im Argen liegt. Ich habe die Frage an die Kolumne von Marylin Vos Savant vom Parade-Magazin weitergeleitet mit der Bitte, diesen Denkfehler mit einfachen Worten zu erklären - vielleicht entsteht eine so hitzige Debatte wie beim "Monty-Hall-Problem" resp. Ziegenproblem.
  • Willi  Meier aus Saland
    13.10.2016
    90 Prozent unbekannt?Wer hat das wieder erfunden?Im Jahre 2016?Ich glaube,dass die wenig wissen,weil sie in diesen Dimensionen anstehen.Und das ist gut so.Das hat mit unserm Gott zu tun.Für Gott sind alle Völker der Erde wie ein Wassertropfen im Wasserkessel.Das sagt die Bibel im alten Testament.
  • Rex  Schweizer 13.10.2016
    Fürs Universum wird geforscht wie verrückt, dabei wird vergessen, dass wir bis jetzt nur etwa 10 Prozent der Meere erforscht haben. Das wäre viel wichtiger.....