Zuviel Computer macht schlechte Schüler

  • Aktualisiert am 03.01.2012

MÜNCHEN – «Schulen ans Internet» heisst das Patentrezept für den Lernerfolg. Eben nicht, sagt eine neue Studie. Zuviel Computer gibt schlechte Noten.Möglichst früh und möglichst viel Computer, das ist gut für den Nachwuchs und bringt in der Schule Vorteile. «Falsch», sagt die Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München. Denn zuviel ist – wie bei allem – ungesund. Schüler, die dauernd vor dem Rechner sitzen, lernen schlechter. Ihre Leistungen liegen bis zu einem halben Schuljahr hinter jenen Schülern, die weniger Zeit am Computer verbringen.Die Forscher haben für ihre Arbeit die Daten der Pisa-Studie verwendet und mit der Verfügbarkeit von Computern in der Schule und zu Hause kombiniert. Das Resultat: Die meisten Schüler der Testgruppe in Deutschland haben überall Zugriff auf einen PC. Sie nutzen ihn auch intensiv. Kritiker befürchten denn auch, dass die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler darunter leidet die Finanzmittel für die Rechner andernorts, etwa bei Lehrbüchern eingespart werden Schüler anstatt zu lernen, vom Computer abgelenkt werden – etwa durch Computerspiele.Das wird von den Forschern teilweise bestätigt. Zwar sagt Ifo-Bildungsexperte Ludger Wössmann: «Unsere Ergebnisse besagen nicht, dass der Einsatz von Computern an Schulen prinzipiell kein positives Potenzial für Schülerleistungen hat.» Aber er warnt vor einem grossflächigen intensiven Einsatz: «Die Computernutzung hat vermutlich andere effektivere Unterrichtsformen verdrängt. Wir benötigen nicht unbedingt mehr Computer, sondern ihren wirkungsvolleren Einsatz.»

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