35 Jahre nach dem Start «Voyager 1» fliegt aus unserem Sonnensystem

So weit weg von unserer Erde war noch kein von Menschenhand geschaffenes Objekt. Die Raumsonde «Voyager 1» ist seit genau 35 Jahren unterwegs im All. Jetzt verlässt sie ihre planetare Heimat für immer.

  • Publiziert: 04.09.2012
  • Von Tony Merlotti
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Am 5. September 1977 wurden  «Voyager1», und sein Zwilling «Voyager2», ins All geschossen. Auf eine Mission zu Jupiter und Saturn. Niemand ahnte damals, dass daraus eine sehr lange Reise werden sollte.

35 Jahre sind seither vergangen. Und es ist ein sehr einsamer Geburtstag, den die beiden Raumsonden in den unendlichen weiten des Weltalls feiern.

Voyager1 ist soweit von der Erde entfernt, wie man es nie für möglich gehalten hätte. 29'000'000'000 (29 Milliarden) Kilometer beträgt mittlerweile die Distanz zu unserem Planeten.

Jetzt steht ein epochales Ereignis bevor: Die Sonde ist kurz davor, unser Sonnensystem für immer zu verlassen und in Sphären vorzudringen, die noch nie ein von Menschenhand geschaffenes Objekt gesehen hat.

Es sind Distanzen, welche die menschliche Vorstellungskraft überfordern. Dass «Voyager1» eine solche Reise absolvieren konnte, übersteigt selbst die kühnsten Erwartungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

«Zwillingsbruder» «Voyager 2» befindet sich derweil etwa 15 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt auf seinem Flug durchs All.

Die ungefähr 800 Kilogramm schwere, und mehrere Meter grosse Raumsonde, übermittelt seit Jahren laufend Daten an die Nasa-Zentrale. Auch «Voyager2» erkundete auf ihrem Weg durchs Sternenmeer die Planeten Jupiter, Saturn und Uranus. Die Sonde machte von diesen Planeten Aufnahmen in bis dahin nicht gekannter Qualität.

Aufgrund ihres unerwartet guten, technischen Zustandes, dürften die Geburtstagskinder noch eine ganze Weile unterwegs sein. Zumal die Energie-Speisung der Raumsonden noch für weitere zehn Jahre Flug reichen sollte.

Man darf gespannt sein, was die beiden Himmelsstürmer noch an stellaren Überraschungen zu bieten haben.

Beliebteste Kommentare

  • Silvio  Hertli , Thayngen , via Facebook
    Um sich einigermassen eine Vorstellung zu machen, wie weit das ist, also 29 Milliarden km, sollte man sich vor Augen halten, dass die Distanz Erde-Sonne etwa 150 Millionen km beträgt. Diese Sonde ist also knapp 200x weiter von der Erde entfernt als die Sonne!!
    Man denkt, diese Distanz sei riesig, aber...
    Wir alle haben schon mal von "Lichtjahr" gehört, das ist die Distanz, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Zum Mond ist etwas mehr als eine Lichtsekunde, zur Sonne sinds etwa 8 Lichtminuten, zur Vojager sinds etwa 25 Lichtstunden.
    Der nächste Stern, Proxima Centauri hat eine Distanz von 4,3 Lichtjahren; unsere Heinatgalaxie, die Milchstrasse hat etwa 160000Lichtjahre Durchmesser, die nächste Galaxie, die Andromeda-Galaxie ist etwa 2,7 millionen Lichtjahre entfernt.
    Das heisst: zum nächsten Stern müsste die Sonde 1500x so weit fliegen, wie sie in den letzten 35 Jahren geflogen ist - und zur nächsten Galaxie ists nochmals 643000mal weiter als zum nächsten Stern. In kosmologischem Massstab ist unser gesamtes Sonnensystem nicht mehr als ein Mückenfurz - und unser Heimatplanet ist ein einzelnes Geruchspartikel davon...
    • 04.09.2012
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  • Manfred  Wild
    Was für eine unglaubliche technische Meisterleistung von einem Stück Uralthardware. Faszinierend.
    • 04.09.2012
    • 47
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Alle Kommentare (9)

  • Martin  Andreoli , via Facebook
    Voyager 1 ist von der Sonne ungefähr 120 Astronomische Einheiten entfernt, was etwa 18 Milliarden Kilometern resp. 16.6 Lichtstunden entspricht. Woher haben Sie die 29 Milliarden Kilometer zur Erde her?? 16.6 Lichtstunden in 35 Jahren... und man sucht bewohnbare Planeten die ein x-faches weiter entfernt sind... irgendwie schon lustig :
    • 05.09.2012
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  • Peter  Mayer
    Diese zwei Sonden gehören zu den grössten Leistungen der Menschheit.
    Funkwellen brauchen 33 Stunden, 43 Minuten, 37 Sekunden um die Sonde zu erreichen.
    Die Sonde ist 35 Jahre unterwegs, der RTG liefert immernoch August264.5 Watt. MIt Solarzellen wäre die Sonde nicht weit gekommen, Vielleicht findet eine andere Spezies den Golden Record.
    • 05.09.2012
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  • Silvio  Hertli , Thayngen , via Facebook
    29 milliarden km scheint eine unvorstellbar grosse Distanz, ist auch ganz ordentlich weit, nämlich knapp 200x weiter, als die Sonne von der Erde entfernt ist.
    Aber 29 milliarden km sind etwa 25 Lichtstunden - und der sonnen-nächste Stern, Proxima Centauri, liegt in etwa 4,3 Lichtjahren Entfernung. Um diesen, nächsten Stern zu erreichen, müsste die Sonde rund 1500x weiter fliegen, als sie in den vergangenen 35 Jahren geflogen ist. Jenseits underes Sonnensystemes wird die Sonde also in den nächsten 52500 Jahren durch das universale Vaakum fliegen, bis sie bei unserem allernächsten Nachbarn ankommt.
    • 04.09.2012
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  • Stefan  Arber , Zürich
    Es wäre interessant zu wissen woher die den Strom beziehen und ob Bilder über diese Distanz übermittelt werde können.
    • 04.09.2012
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    • Peter  Mayer
      Die Voyager Sonden beziehen den Strom über drei RadioisotopengeneratorenRTG.
      Eine kleine Menge Plutonium erzeugt beim Zerfall Wärme die in Elektrizität umgewandelt wird. Diese RTG können über jahrzehnte die Sonden mit Strom versorgen. Allerdings verschleissen sich mit der Zeit die Thermoelemente. Aktuell produzieren die RTG von Voyager 1 264.5 Watt ca 40 ProzentBei dieser Distanz würde die Sonnen nicht mal genügen um eine AA Batterie zu laden. Curiosity hat ebenfalls ein RTG an Bord.
      • 05.09.2012
      • als Kommentar auf Stefan  Arber , Zürich
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  • Thomas  Stäubli , via Facebook
    29 Milliarden Kilometer in 35 Jahren. Bei dem Schneckentempo ginge die Reise zum nach der Sonne nächstgelegenen Stern ca. 50000 Jahre.
    • 04.09.2012
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