Tests ergeben Tutanchamun starb an Malaria

  • Aktualisiert am 14.01.2012

WASHINGTON – Neuste genetische und radiologische Studien beweisen: Der legendäre ägyptische Pharao Tutanchamun wurde nicht ermordet, sondern starb an Malaria.

Tutanchamun, dessen goldene Totenmaske weltbekannt ist, lebte vor rund 3300 Jahren. Er bestieg den Thron im Alter von nur neun Jahren und starb zehn Jahre später. Was zu seinem Ende führte, war bislang unklar.

Jetzt liefern die neusten Gen-Forschungen den Beweis: Tutanchamun starb an Malaria tropica, der schwersten Form von Malaria. Allerdings war er bereits durch eine Knochenkrankheit geschwächt und dadurch gehbehindert. Das erklärt auch den Fund von Gehstöcken und einer Apotheke für das Jenseits in seinem Grab. Die Forschungen bestätigen auch, dass Tutanchamun tatsächlich der Sohn des Pharaos Echnaton ist.

Sahi Hawass, Chef der ägyptischen Altertumsverwaltung, untersuchte zusammen mit deutschen und italienischen Forschern insgesamt sechzehn Mumien. Elf Mumien gehörten der königlichen Blutlinie Tutanchamuns an, fünf weitere früheren Königsfamilien.

Die Mumien von Echnaton und Tutanchamun hätten mehrere charakteristische Körpermerkmale gemeinsam, schreiben die Forscher im Fachmagazin «JAMA». Sie teilten zudem dieselbe Blutgruppe. Mutter des Kindpharaos war eine Frau, deren Mumie die Bezeichnung KV35YL trägt. Wer sie war, haben die Forscher bisher nicht herausgefunden.

Die Forscher räumen auch mit Spekulationen auf, wonach Tutanchamun an Krankheiten litt, die zu einer Verweiblichung führten. Die Gentests gäben keine Hinweise auf solche Leiden. (SDA/gsc)

Tutanchamun starb eines natürlichens Todes.- Keystone

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