Stinktier-Sekret Warum stinkt Spargel-Pipi eigentlich so?

Das Gemüse bringt auch Forscher zum Nasenrümpfen: Der üble Schwefelgestank im Urin nach dem Spargelessen. Alles, was man bis jetzt darüber weiss.

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Nur 15 Minuten nach dem letzten Bissen einer bleichen Spargelspitze, die wunderbar frisch nach Butter schmeckt, beginnt es fürchterlich zu stinken! Gut 1,5 Kilo Spargeln pro Jahr und Kopf wird in der Schweiz gegessen.

Darum fragen sich viele warum ihr Urin danach stinkt, egal ob sie grüne oder bleiche Spargeln gegessen haben. «Der Geruch ist harmlos und kein Anzeichen für eine Krankheit oder eine Vergiftung», sagt Stefan Lorkowski, Professor für Biochemie der Ernährung der Universität Jena (D) in der deutschen «Apotheken Umschau».

Zwei Kilo Spargeln für die Wissenschaft

Das Gemüse bringt jedoch nicht nur Konsumenten zum Nasenrümpfen: Bis heute streitet sich die Wissenschaft, warum Spargelurin übel riecht. Der polnische Chemiker Marceli Nencki liess 1891 vier Männer je zwei Kilogramm Spargel essen, sammelte ihr Urin und fand ein einziges Molekül als Übelriecher.

Seitdem bestimmten Forscher jedoch zwanzig weitere Substanzen. Alle enthalten mindestens ein Schwefelatom. Sicher ist, dass der Spargel, sogenannte Asparagusinsäure enthält, die beim Stoffwechsel abgebaut wird. Dabei entstehen sogar ähnliche chemische Verbindungen wie etwa im Sekret des Stinktiers.

Kein Enzym, kein Gestank

Die aktuellste Studie stammt aus USA: 38 Männer und Frauen gaben ihren Urin nach dem Spargelverzehr ab. Danach mussten sie unterschiedliche Urinproben der Testpersonen beschnuppern. Zwei konnten nichts riechen, ihnen fehlte im Geruchssinn eine Empfindlichkeit, die genetisch bedingt ist. Drei Personen hatten jedoch gar keinen Stinkurin ausgeschieden. Ihnen fehlt das Enzym, welches die Asparaginsäure abbaut, auch das ist genetisch bedingt.

Und jetzt? Bis die Wissenschaft weitere Erkenntnisse hat, heisst es für alle «Spargelstinker»: Nach dem Essen viel Trinken, damit der Schwefel schneller ausgeschieden wird. Immerhin enthält das Gemüse Vitamin B, etwa auch Folsäure (Vitamin B9), kaum Kalorien, da es aus 98 Prozent Wasser besteht.

Publiziert am 25.04.2016 | Aktualisiert am 25.04.2016
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5 Kommentare
  • Thomas  Jobs 25.04.2016
    Also ich esse ca. 1,5kg pro Mittagessen und das 6 mal in der Saison! Drunter geht da nix! Und natürlich fein mit selbstgemachter Sauce Hollandaise.
  • Jsa  Sigron aus Schangnau
    25.04.2016
    Ach dann soll es stinken- den Appetit auf frische Spargeln wird mir das nicht nehmen.
  • Divico  Tigurin aus Neuchâtel-Hua-Hin
    25.04.2016
    Wozu die Aufregung. Die Schnelligkeit nach dem Verzehr die sich mit der Blasenentleerung durch den spezifischen Geruch manifestiert zeigt, dass die Niere noch gut funktioniert und für Wassersüchtige und Übergewichtige ist sie eine Wunderpflanze.
    Nur Gichtanfällige sollten vorsichtig damit umgehen. Da riecht es zwar auch aber die Gelenke könnten sich schmerzhaft bemerkbar machen.
  • Bruno  Köppel aus St.Gallen
    25.04.2016
    Asparagin ist wohl eine Aminosäure, aber sie ist nicht schwefelhaltig. Der üble Uringeruch nach dem Verzehr von Spargeln rührt daher, dass die schwefelhaltige Asparagussäure der Spargeln durch ein Enzym, das die meisten Menschen besitzen, zu flüchtigen Schwefelverbindungen abgebaut werden, welche übelrechend sind.
  • Claudio  Hammer aus Zürich
    25.04.2016
    Unter "fürchterlich stinken" verstehe ich definitiv was anderes als den Geruch von Spargelpipi - ich finde den alles andere als unangenehem!