Schweizerin trainiert Marslandung für Nasa

  • Publiziert: 02.11.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Adrian Schulthess
play Barbara Burtscher (25): Im Sommer 2010 prahlte die «Astronautin» mit einer Reise ins All. Ein Anruf bei der Nasa entlarvte die Lüge. (Toini Lindroos)

WATTWIL SG – Barbara Burtscher (24) ist Toggenburgerin, Astrophysikerin – und steht schon mit einem Bein auf dem Mars. Oder mindestens auf dem Mars-Trainingsgelände in den USA.

Sie kommt aus dem Toggenburg, will zum Mond und trainiert jetzt für die Nasa eine Mars-Landung. Kantonschullehrerin Barbara Burtscher (24) ist auf dem besten Weg, Astronautin zu werden. Ende November fliegt sie zwar noch keinen Space-Shuttle, obwohl sie das im Simulator schon erfolgreich vorgemacht hat (im BLICK).

Aber sie simuliert bereits eine Reise zum Mars. Vom 27. November bis zum 11. Dezember wird sie mit fünf Kollegen in der «Mars Desert Research Station» im US-Bundesstaat Utah leben und im Raumanzug durch die Wüste spazieren.

Wie auf dem Mars, ausser die Erdanziehung

Abnehmen der Helme ist nicht erlaubt. Die Simulier-Astronauten müssen sich, abgesehen von der Schwerkraft, genau an die Bedingungen auf dem Roten Planeten halten. Diese Station ist eine von vier Posten in der Wüste, auf denen unter anderen die amerikanische Weltraumbehörde Nasa erprobt, wie sich Leben, Forschen und Arbeiten auf dem Mars so anfühlen.

«Ich hatte mich nicht einmal aktiv dafür beworben», sagt Barbara Burtscher, «ich wurde angefragt.» Offenbar ist den Amis aufgefallen, dass da im St. Gallischen ein Raumfahrer-Talent herangewachsen ist.

Barbara war schon immer etwas schlauer und schneller als andere. Mit fünf kam sie in die Schule, mit 22 hatte sie ihr Astrophysikstudium fertig. Derzeit gibt sie Schule als Physiklehrerin in Wattwil SG, macht den Pilotenschein fürs Segelfliegen, strebt die US-Staatsbürgerschaft an, um bei den Nasa-Astronauten mitzutrainieren.

Titanic-Regisseur unterstützt Mars-Society

«Mein grosses Ziel ist immer noch der Mond. Die Zweijahres-Reise zum Mars ist mir eigentlich zu lange», sagt sie lachend. Nach Utah ist es zum Glück nur ein halber Tag im Flugzeug. Dafür warten dort bereits zwei zehn Meter breite und zehn Meter hohe Zylinder: die Simulationsstation der mit der Nasa verbundenen Mars-Society – unter deren Gönnern der «Titanic»-Regisseur James Cameron ist.

Auch der Rückweg in die Heimat ist immer noch kürzer als vom echten Mars. Denn noch hebt unsere künftige Schweizer Astronautin nicht ab und will Lehrerin bleiben: «Am Montag nach den zwei Wochen in Utah bin ich bereits wieder in der Schule », erklärt Barbara Burtscher, «und nehme Prüfungen ab.»

play Barbara Burtscher wollte hoch hinaus – mit der Nasa. (Stefan Bohrer)

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