Schrille Geräusche Deswegen bekommen Büsis Krämpfe

Washington – Schrille Geräusche können bei Katzen Krampfanfälle auslösen. Ursachen sind zum Beispiel das Rascheln von Alufolie oder das Geräusch eines Löffels in einem Keramik-Futternapf. Betroffen sind vor allem ältere Stubentiger.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Raumfahrt Forscher simulieren das Leben auf dem Mars
2 Biologie Biometrischer Atlas der Nagetiere
3 Teilchenphysik Dem Rätsel des Universums auf der Spur

Wissen

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
15 shares
Fehler
Melden

Die Studie haben britische und US-Veterinäre im Auftrag der Tierschutzorganisation «International Cat Care» durchgeführt. Sie wurde von Berichten zahlreicher Katzenbesitzer - und verblüffter Tierärzte - angestossen, wonach ihre Katzen bei schrillen Geräuschen in Zuckungen ausbrachen.

«Wir hatten Hunderte Antworten von Menschen in aller Welt, deren Katzen dieses Problem haben», schreiben Mark Lowrie und Laurent Garosi von den Davies Veterinary Specialists in London in einer Mitteilung. Sie haben das Syndrom feline audiogene Reflexkrämpfe (feline audiogenic reflex seizures, FARS) genannt.

Für ihre im «Journal of Feline Medicine and Surgery» veröffentlichte Studie untersuchten sie bei 96 Katzen die Art und Dauer der Krämpfe sowie die auslösenden Geräusche.

Manche dieser Katzen - wie übrigens auch manche Menschen - erleiden tatsächlich regelmässig bei gewissen Geräuschen entweder «Absenzen» ohne Krämpfe oder kurze, heftige Muskelzuckungen. Diese gehen häufig generalisierten Konvulsionen voraus, bei welchen die Katzen minutenlang das Bewusstsein verlieren, der Körper sich versteift und unkontrolliert zuckt.

Die meisten Katzen reagierten auf raschelnde Alufolie (82), bei fast ebenso vielen (79) löste ein Löffel, der gegen einen Keramik-Futternapf stösst, einen Anfall aus. Auch raschelnde Plastiksäcke, rasselnde Schlüssel oder das Klappern von Computertastaturen waren häufige Auslöser. Bei 24 Katzen genügte sogar Zungenschnalzen.

Die Forscher fanden das Phänomen sowohl bei Rasse- wie auch Mischlingskatzen. Einzig Birma-Katzen waren etwas häufiger betroffen. Es scheint auch eher ein Problem betagter Katzen im Alter von über 15 Jahren zu sein.

Die Forscher nehmen an, dass die Fähigkeit von Katzen, Töne im Ultraschallbereich zu hören, hinter dem Rätsel steckt. Allerdings stellte sich heraus, dass fast die Hälfte der betroffenen Tiere taub oder schwerhörig war. Früheren Studien zufolge können aber auch nach menschlichen Massstäben taube Katzen noch bestimmte Frequenzen hören, schreiben die Tierärzte.

Immerhin fanden sie auch Abhilfe: Das für Menschen zugelassene Antiepileptikum Keppra (Levetiracetam) konnte die Krampfanfälle zumeist vollständig beheben. Die Veterinäre arbeiten nun nach eigenen Angaben daran, die genetische Basis der Störung zu entschlüsseln. (SDA)

Publiziert am 28.04.2015 | Aktualisiert am 28.04.2015
teilen
teilen
15 shares
Fehler
Melden