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Kinder können ja so gemein sein, zumindest ab einem bestimmten Alter.
Eine Studie des Kantonsspitals St. Gallen befragte Kinder zwischen drei uns zwölf Jahren. Sie mussten wählen, welchen Zwilling sie zu ihrer Feier einladen: den Normalen oder jenen, der schielt. Kinder unter sechs Jahren machten keinen Unterschied und wählten in 50 Prozent der Fälle die schielenden Altersgenossen. Jene zwischen sechs und zwölf Jahren haben aber fast nie ein Kind mit der Augenmuskelstörung eingeladen.
Unter Schielen versteht sich, die falsche Blickstellung eines Auges. Das Auge kann dabei in alle Richtungen verdreht sein, weil der Augenmuskel geschwächt ist und durch das Hirn nur schwer kontrolliert werden kann. Diese Störung kommt bei 20 Prozent der Kinder vor und ist vererbbar. Sie entwickelt sich normalerweise in den ersten drei Lebensjahren, kann aber auch später auftreten.
Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass Kinder sich schon früher über Unterschiede bewusst werden, als bisher angenommen. Daher wird empfohlen, dass Kinder sich vor ihrem sechsten Lebensjahr einer korrigierenden Operation unterziehen um den negativen sozialen Folgen zu entgehen.
John Lee, Präsident des Royal College in Grossbritanien, grenzt die Äusserung ein. Seiner Meinung nach, ist in manchen Fällen eine spätere Operation sinnvoller. Ausserdem solle man nicht besorgt sein über die wenigen Geburtstagseinladungen, sondern über die entstehenden Vorurteile. (rmu)
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Anders sein: Ausgrenzung beginnt früh. (RDB/Blick/Dominik Baumann)