Raumfahrt Universität Zürich startet Schwerelosigkeitsflüge in der Schweiz

ZÜRICH - ZH - Die Universität Zürich (UZH) will auch in der Schweiz in der Schwerelosigkeit forschen: Sie führt im September zwei sogenannte Parabelflüge durch. Für 8800 Franken steht die Teilnahme allen Interessierten offen.

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Parabelflüge seien die einzige Möglichkeit, dass Menschen in der Schwerelosigkeit forschen könnten, ohne die Erde zu verlassen, sagte Oliver Ullrich vom Anatomischen Institut der UZH am Sonntag auf Anfrage zu einer Meldung der Zeitung Schweiz am Sonntag.

Der Zellbiologe und sein Team hatten bereits mehrmals biologische Experimente in der Schwerelosigkeit durchgeführt. So schickten sie etwa im letzten Jahr einen Versuch mit Immunzellen zur ISS. Nun wollen die Wissenschaftler auch in der Schweiz in der Schwerelosigkeit forschen.

Die Universität Zürich arbeitet dabei mit Novespace, einer Tochter der französischen Raumfahrtagentur, zusammen. Novespace bringt denn auch ihren eigens für Parabelflüge umgebauten Airbus A310 nach Dübendorf ZH. Die Schweizer Luftwaffe übernimmt den flugmedizinischen Support.

Im Rahmen des Pilotprojekts «Microgravity» sind im September an zwei Tagen Parabelflüge ab dem Militärflugplatz Dübendorf geplant. Die Flüge dauern jeweils 90 Minuten. Während dieser Zeit fliegt die Maschine abwechselnde Aufstiege und Sturzflüge - so genannte Parabeln. Die Passagiere schweben dabei 15 Mal jeweils 22 Sekunden schwerelos durch die gepolsterte Flugzeugkabine.

Der erste Tag ist vor allem für wissenschaftliche Experimente von Ullrich und dem Veterinärphysiologen Max Gassmann reserviert. «Dabei stehen aber nicht die Experimente im Vordergrund, sondern es geht um die Machbarkeit der Flüge an sich, und um sie für die Forschung und Entwicklung vor Ort anbieten zu können», sagte Ullrich weiter.

Der Flug am zweiten Tag steht dann allen Interessierten offen. Gemäss Ullrich hat die Uni bereits einige Anmeldungen. Maximal hat es pro Flug Platz für 40 Personen.

Ganz billig ist der Spass aber nicht: Die Teilnahme kostet 8800 Franken. Mit dem Geld der Teilnehmenden soll das Pilotprojekt finanziert werden. Ullrich betonte denn auch, dass die Universität Zürich die Flüge nicht aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Nach einer Auswertung des Pilotprojekts will die Uni dann entscheiden, ob solche Parabelflüge künftig regelmässig in Dübendorf angeboten werden und so eine Plattform für die Schweizer Forschung und Technologieentwicklung entstehen könnte.

In Europa sind solche Parabelflüge momentan nur im französischen Bordeaux möglich. Das Raumfahrtunternehmen Swiss Space Systems (S3) hat im vergangenen Jahr aber ebenfalls angekündigt, Schwerelosigkeitsflüge für jedermann auch in der Schweiz anzubieten. (SDA)

Publiziert am 07.06.2015 | Aktualisiert am 07.06.2015
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