Zürcher Forscher beweisen «Ötzi» starb an Bluterguss

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ZÜRICH – Wie starb der «Ötzi»? Seit die mumifizierte Leiche des Eismannes 1991 gefunden wurde, hatten Wissenschaftler nach der Antwort gesucht. Zürcher Forscher haben sie jetzt gefunden.

Der «Ötzi» war 1991 im Südtirol gefunden worden. 5300 Jahre lang hatte der Gletscher die Leiche auf 3210 Metern Höhe tiefgekühlt. Deswegen war sie so gut erhalten geblieben. Bald hatten Forscher eine Pfeilspitze im Brustkorb des Eismenschen entdeckt. Aber woran genau starb er?

Das hat jetzt Frank Rühli vom Anatomischen Institut der Universität Zürich herausgefunden, in enger Zusammenarbeit mit Eduard Egarter Vigl, dem Konservierungsbeauftragten am Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen.

Sie untersuchten die Leiche mit einem Computertomografen, der den ganzen Ötzi-Brustkorb quasi scheibchenweise durchfotografierte. Und siehe da: Die Analyse der Bilder zeigte, dass die Pfeilspitze die linke Schlüsselbeinarterie aufgerissen und einen riesigen Bluterguss verursacht hatte. Mit anderen Worten: Der arme «Ötzi» verblutete, und zwar ziemlich schnell. Wenigstens hat er also nicht lange gelitten.

Damit dürfte das Geheimnis um die weltberühmte Gletschermumie geklärt sein, ist der Schweizer Forscher Rühli überzeugt. Und kann auch noch einen Prestigeerfolg verbuchen: Seine «Ötzi»-Analyse bringt das Magazin «National Geographic» als Titelgeschichte ihrer Juli-Ausgabe. (snx)

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