Die Nasa hat in Daten der beiden Rover Spirit und Opportunity neue Hinweise darauf gefunden, dass es auf dem Mars Schlammpfützen gibt. Das würde bedeuten, dass es auf dem Planeten Wasser gibt. Eine Voraussetzung für die Entstehung von Leben. Ausserdem wurden Spuren eines bestimmten Sulfats entdeckt, das auch bei Fossilien im Mittelmeer festgestellt wurde. Das verrieten gestern fünf Wissenschaftler bei einer Pressekonferenz anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der astrobiologischen Forschung.
Die Resultate sind laut der «Sun» so vielversprechend, dass fast 30 weitere Nasa-Missionen geplant sind, die Beweise für ausserirdisches Leben aufspüren sollen. Bei einer sollen gar Gesteinsproben vom Mars zur Erde gebracht werden. Denn erst diese würden laut den Forschern sichere Schlüsse über die Existenz von Leben zulassen.
Geplant ist auch ein Besuch des Jupiter-Mondes Europa. Dabei will man dessen im Untergrund «versteckten» Ozean erforschen. Auch die Eis-Vulkane auf dem Saturn-Mond Enceladus sollen genauer unter die Lupe genommen werden – mit Hilfe eines Ballons, der eine Sonde zu den Seen auf der Oberfläche bringen soll. Desweiteren plant die Nasa Missionen zu Kometen. (gsc)
Weitere «flüssige» Beweise
Neben der Nasa haben auch deutsche Forscher einen weiteren Hinweis auf flüssiges Wasser auf dem Mars gefunden. Auf Bildern einer US-Raumsonde fanden sie eine knapp zwei Meter breite Erosions-Rinne auf der Marsoberfläche, die sich in den letzten Jahren deutlich verlängert hat.
Die Rinne am Dünenhang des Russell-Kraters legte von November 2006 bis Mai 2009 um rund 170 Meter zu, wie das Team der Universität Münster im Fachblatt «Geophysical Research Letters» berichtet. Aus der Form der Rinne, die am Ende immer schmaler ausläuft, schliessen die Forscher auf geschmolzenes Wassereis als wahrscheinlichste Ursache.
Das Eis taute dieser Theorie nach im Frühjahr auf und spülte ein Gemisch aus Wasser und Sand durch die Rinne. Eindeutig nachgewiesen wurde Wasser auf dem Mars bislang nur als Eis im Boden und als Dampf in der Atmosphäre. (SDA)
Russisches 520-Tage-Experiment
Mars500 ist ein Projekt der russischen Weltraumagentur Roskosmos und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Es simuliert einen bemannten Flug zum Mars. Das Experiment, das in Moskau stattfinden wird, soll Erkenntnisse darüber liefern, wie die physische und psychische Leistungsfähigkeit eines Menschen unter den extremen Bedingungen einer Langzeit-Weltraummission aufrechterhalten werden kann.
Während der Raumflugsimulation werden sechs männliche Testpersonen 520 Tage in einem Komplex von verschiedenen Raummodulen hermetisch isoliert. Insgesamt beträgt die Wohn- und Arbeitsfläche gerade mal 180 Quadratmeter. Dabei steht jedem der nach strengsten Kriterien ausgewählten Probanden eine Kabine von drei Quadratmetern einschliesslich eines schmalen Bettes zur Verfügung. Es gibt zudem Waschräume, eine Sauna, Kühlzellen für Nahrungsmittel, ein Gewächshaus aus dem die frische Nahrung kommen soll und eine Quarantänestation. Der «Funkverkehr» zur Bodenstation und zurück erfolgt mit beträchtlicher Verzögerung.
Das umfangreiche Experiment gliedert sich in verschiedene Phasen. So wird ein 250-tägiger Hinflug, ein 30-tägiger Aufenthalt auf dem Mars und ein 240-tägiger Rückflug zur Erde simuliert werden. (SDA)