Mysterium um ihr Aussterben Gingen die Dinos in Rauch auf?

Ein gewaltiger Ölbrand soll Schuld am Ende der Dinos sein. Die neue Theorie würde auch das Mysterium erklären, warum T-Rex und Co starben, während die Vorfahren des Krokodils überlebten.

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Führte der Meteoriten-Einschlag zu einem Ölbrand, der die Dinosaurier dahinraffte?

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Gewaltige Mengen Russ in der Atmosphäre könnten einer neuen Theorie nach zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben. Der etwa zehn Kilometer grosse Meteorit, der auf dem Gebiet des heutigen Mexikos einschlug, habe möglicherweise ein grosses Ölreservoir getroffen, erläutern japanische Forscher im Fachjournal «Scientific Reports».

Russ nach Ölbrand verändert Klima

In der Nachbarschaft des Kraters in Mexiko existieren tatsächlich grössere Ölvorkommen. Die Hypothese der Wissenschaftler lautet, dass das Öl durch die Wucht des Aufpralls bei hohen Temperaturen verbrannte und der entstehende Russ in die Stratosphäre geschleudert wurde, wo er sich weltweit verbreitete.

Dies könne einen Klimawandel bewirkt haben, der letztlich zum massenhaften Aussterben von Tier- und Pflanzenarten am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren führte, erläutern die Forscher um Kunio Kaiho von der Tohoku University in Sendai. Sie stützen ihre Hypothese mit den Ergebnissen von Bodenproben und Berechnungen mit Hilfe von Klimamodellen.

Krokodile widerlegen bisherige Vermutung

Die aktuell geläufigste Hypothese besagt, dass der Meteorit riesige Mengen an Schwefelsäure in die höhere Atmosphäre brachte. Über den ganzen Erdball verteilt, reflektierten sie als Schwebeteilchen in der Stratosphäre das Sonnenlicht und sorgten damit für eine globale Finsternis.

Die auf Sonnenlicht angewiesene Photosynthese der Pflanzen kam zum Erliegen, es gab einen weltweiten Winter und sauren Regen. Das Team um Kaiho hält diese Theorie für unwahrscheinlich: «Wenn dies geschehen wäre, wären Krokodile und viele andere Tiere ebenfalls ausgestorben».

Die Wissenschaftler untersuchten Bodenproben aus Haiti und Spanien vom Ende der Kreidezeit. Sie fanden eine Zusammensetzung von Kohlenwasserstoffen, wie sie bei verbranntem Erdöl entsteht. Der über die Atmosphäre verteilte Russ habe zwar viel Sonnenlicht von der Erdoberfläche ferngehalten, doch sei die Photosynthese der Pflanzen noch möglich gewesen, glauben die Forscher.

1,5 Millonen Tonnen Russ

In Klimamodellen berechneten sie drei mögliche Abläufe für Temperatur, Niederschlag, Sonneneinstrahlung und Bodenfeuchtigkeit abhängig von der Menge entstandenen Russes - 500 Millionen Tonnen, 1,5 Milliarden Tonnen oder 2,6 Milliarden Tonnen.

Ihr Schluss: Im ersten Fall hätten die Dinosaurier überlebt, im letzten Fall wären Krokodile und viele andere erhalten gebliebene Tierarten ebenfalls ausgestorben. Eine Russmenge von 1,5 Milliarden Tonnen in der Atmosphäre sei die realistischste Annahme.

Der Meteoriteneinschlag hätte unter diesen Umständen zu einer Verringerung der Temperatur um sechs bis neun Grad und erheblich weniger Niederschlägen in mittleren und höheren Breiten - also näher zu den Polen - geführt. Das allein könne schon zum grossen Artensterben geführt haben, schreiben die Forscher.

Tropen so trocken wie die Sahara

In den Tropen sei der Temperatursturz weniger stark ausgefallen, dort sei es jedoch so trocken gewesen wie heute in der Sahara. Tiere in und an Seen, darunter die Krokodile, hätten diese Phase überleben können.

Für «sehr plausibel» hält Bernd Herkner, Leiter des Senckenberg-Museums in Frankfurt am Main, die Studie: «Es gehört zu dem Besten, was ich über dieses Thema gelesen habe». Dennoch blieben viele offene Fragen. Wichtig sei auch, dass man sich genau ansehe, was die japanischen Forscher bei der Erstellung der Klimamodelle vorausgesetzt haben.

Dinosaurier schon vorher geschwächt

Zum grossen Artensterben am Ende der Kreidezeit gibt es nach wie vor eine rege Forschung. Erst kürzlich berichteten Wissenschaftler von der britischen University of Reading, dass die Artenvielfalt bei den meisten Gruppen von Dinosauriern lange vor dem Meteoriteneinschlag rückläufig gewesen sei.

Dadurch seien diese Tiere nicht in der Lage gewesen, sich an die veränderten Klimabedingungen anzupassen. Eine andere Studie zeigte auf, dass das Artensterben wirklich globale Ausmasse hatte: Die Polarregionen seien fast ebenso hart betroffen gewesen wie die anderen Gebiete der Erde. Als ein beteiligter Faktor des Massensterbens wird verstärkter Vulkanismus diskutiert. (SDA)

Publiziert am 14.07.2016 | Aktualisiert am 14.07.2016
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