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An einer Medienkonferenz im kalifornischen Palo Alto präsentierten sie gestern zwei unscharfe Fotos. Verschwommene Schnappschüsse des Waldmenschen kennt man. Aber von einem toten Exemplar sollten eigentlich scharfe Bilder möglich sein.
Auf einem der Bilder sollte der Kopf der Kreatur zu sehen sein. Weitere angekündigte «Beweise» legten die «Finder» Matt Whitton (31), Rick Dyer (28) und der selbsternannte Bigfoot-Spezialist Tom Biscardi aber nicht vor.
Laut Whitton und Dyer wiegt der behaarte Riese über 230 Kilogramm. Bei einer Wanderung in einem abgelegenen Waldgebiet hätten die beiden 31- und 28-Jährigen die tote Kreatur im Juni an einem Fluss gefunden. Auch drei lebende Exemplare seien ihnen über den Weg gelaufen.
Der Kadaver lagere an einem geheimen Ort in einer Tiefkühltruhe. Sie wollten die «bedrohte Art» schützen und später mit einem Forscherteam DNA-Beweise erbringen.
Zahlreiche Wissenschafter meldeten prompt Bedenken an. «Was sie auf dem Foto als «Bigfoot» bezeichnen, sieht nicht natürlich aus», sagte der Anatomie-Professor Jeffrey Meldrum dem «Discovery Channel». Er verwies auf eine «auffallende» Ähnlichkeit mit Affenkostümen, wie sie jedermann kaufen könne.
Immer wieder sorgen angebliche Sichtungen des behaarten Monsters für Schlagzeilen. 1958 hatte ein Waldarbeiter in Nordkalifornien Riesenspuren entdeckt. Eine Lokalzeitung berichtete daraufhin über den «Bigfoot», der wie das Ungeheuer von Loch Ness und der Schneemensch Yeti die Fantasie von Menschen in aller Welt beflügelte.
1967 machte der Amerikaner Roger Patterson mit «Filmaufnahmen» von der Kreatur Furore, die er in Nordkalifornien aufgenommen haben will.
Spuren selbst gemacht
2002 flog nach dem Tod des Amerikaners Ray Wallace ein grosser «Bigfoot»-Schwindel auf. Sein Vater habe Monsterspuren mit einer selbst geschnitzten Schablone gelegt, gestand Sohn Michael Wallace. Er habe auch unscharfe Fotos und Tonaufnahmen mit angeblichen Geräuschen der Kreatur angefertigt. Wallace habe Helfer gehabt, die für die Fotos einen Zottelpelz anzogen.
Zahlreiche Menschen, darunter auch Wissenschaftler, sind aber weiterhin von der Existenz eines unbekannten Primaten in den Wäldern des amerikanischen Nordens überzeugt. Auch in Indianer- Legenden gibt es einen Waldmenschen. Er heisst jedoch nicht «Bigfoot», sondern Sasquatch. (SDA)
Binden uns Rick Dyer (l.) und Matt Whitton mit einem Affenkostüm einen Bären auf?