Hersteller tricksen, Behörden kontrollieren kaum Energie-Labels ist nicht zu trauen

Lampen/Leuchten: A++ ist die Bestnote. Bei Lampen werden zudem passende Birnen vermerkt. play

Lampen/Leuchten: A++ ist die Bestnote. Bei Lampen werden zudem passende Birnen vermerkt.

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Eigentlich sollten sie den Konsumenten helfen, energieeffiziente Produkte zu finden. Doch nach dem VW-Beschiss bei der Abgas-Messung geraten die Energieetiketten unter Generalverdacht. Darum nehmen Tester nun auch die Umweltverträglichkeit anderer Produkte unter die Lupe. Sind sie tatsächlich so sparsam, wie die Energieetikette verspricht?

Letzte Woche etwa testete eine EU-Forschungsgruppe Fernseher von Samsung. Das Resultat: Der Energiekonsum steigt deutlich an, sobald man die Stromsparfunktion ausschaltet. Immerhin ist diese standardmässig aktiviert – nicht nur im Testlabor.

Trotzdem: Das Vertrauen der Nutzer in die Energieetiketten ist weg. Vor allem, weil die von den Herstellern deklarierten Angaben regelmässig nicht stimmen. Das Bundesamt für Energie (BFE) macht nur Stichproben – in einem dreistufigen Verfahren.

2014 wurden knapp 500 Erzeugnisse darauf kontrolliert, ob sie mit einer Energieetikette verkauft werden. Bei zwölf Prozent der Fälle gab es gar keine oder eine unvollständige Etikette. Von 61 weiteren Produkten verlangte das BFE die Testunterlagen. 43 Prozent waren gut, also etwa Berichte von unabhängigen Labors. 46 Prozent bezeichnete das Bundesamt als knapp genügend, elf Prozent als mangelhaft. Bei diesen droht dem Hersteller eine Busse.

Wirklich nachgemessen hat das BFE nur gerade 26 Geräte. Bei elf Exemplaren bestätigte sich der Verdacht: Die deklarierten Angaben waren falsch. Was haben deren Anbieter zu befürchten? Laut BFE Bussen zwischen 800 und 3000 Franken. Nicht nur solche falschen Angaben schmälern das Vertrauen in die Energieetikette. «Die verwirrende Vielfalt ist ebenfalls ein Problem», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz.

Denn jede der sieben Etiketten ist anders gestaltet. So sind die effizientesten Geräte grundsätzlich in der Klasse A eingeteilt. Allerdings gibts etwa bei Kühlschränken oder Glühbirnen drei weitere Abstufungen. Top-Kühlschränke haben also nicht A als Bestnote, sondern A+++. Zusätzlich verwirrend: Die Kriterien werden jedes Jahr strenger. Ein vorjähriges Modell mit A verbraucht unter Umständen deutlich mehr Strom als ein neues in derselben Kategorie.

«Schade, wurde die Energieetikette nur halbherzig umgesetzt», findet Sara Stalder. Ein einheitliches System mit unabhängigen Tests wäre hilfreicher für energiebewusste Konsumenten. Als zusätzliche Orientierungshilfe empfiehlt die Stiftung für Konsumentenschutz die Webseite www.topten.ch. In die Bewertung werden neben der Energieetikette auch andere Kriterien einbezogen, etwa eigene oder unabhängige Messungen.

Publiziert am 07.10.2015 | Aktualisiert am 07.10.2015

So liest man das Label

Effizienz-Kategorie
Glühbirnen der Kategorie E fressen am meisten Strom. Richtig effiziente Leuchtmittel haben A+ oder gar A++ – in diesen Kategorien sind allerdings nur LED-Birnen zu haben.

Stromverbrauch
Zusätzlich wird der Stromverbrauch in Kilowattstunden pro 1000 Betriebsstunden aufgeführt.

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4 Kommentare
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    08.10.2015
    Wie bei jedem Label: Wenn es nicht immer wieder verifiziert wird ist es die Farbe auf dem Papier nicht wert. Genau darum sollten Laben vertrauenswürdig sein - weil man immer wieder hinsieht und kontrolliert. Blendwerk überall. Hauptsache die Wirtschaft brummt und die Grossen machen die Kohle!
  • der  Kuenstler 08.10.2015
    War doch von Anfang an klar, dass die ganze Öko Hysterie und Stromsparen Energiewenge Polemik nur einem diente, der Wirtschaft nämlich. Jetzt können die ihren nicht funktionierenden Schrott zum dreifachen Preis verkaufen als vorher, hauptsache es ist ein grüner Kleber drauf. Kunststück hat sich die Industrie nie wirklich gegen den Öko-Mist gewehrt, VW und die Lämplihersteller sind nur 2 Beispiele von vielen. Die Grünen sind die grössten Subventionierer der Wirtschaft!
    • Urs  Schweizer aus Rothorn
      08.10.2015
      Einen solchen Mist kann nur einer schreiben der absolut keine Ahnung hat. Die Politik und nur die führt diesen Schwachsinn ohne jegliche Rücksicht ein... man wird sogar vom Bundesamt für Energie angeschrieben was man unter Strafandrohung nicht mehr verkaufen darf. Die Vorschriften vernichten in jeder Firma sehr sehr viel Geld da man gute, normale Ware nicht mehr verkaufen kann. Die Leute wählen genau diese Politiker selbst und wollen es mit Schein so haben ... Grüne, Linke und sonstige...
  • Recht  Haber aus Zürich
    08.10.2015
    Das ist wieder das moderne "Zeitgeist"-Wissen von heute. Total nutzlos, total links, total egal.