Haifisch «Nicole» schwimmt um die halbe Welt

  • Aktualisiert am 03.01.2012

WASHINGTON – Der Weisse Hai lauert keineswegs nur auf seine Beute im kühlen Küstenwasser. Der Raubfisch legt riesige Distanzen zurück.

Die Meeresbiologen der Stanford University in Kalifornien machten grosse Augen: Mit Hilfe von Satelliten verfolgten sie die Reisen eines Weissen Hais. Das Weibchen «Nicole» – getauft nach der australischen Schauspielerin Nicole Kidman – führte sie dabei auf verschlungenen Wegen von Australien bis nach Südafrika. 19300 Kilometer weit schwamm «Nicole» in 99 Tagen.

«Haie haben einen Bewegungsspielraum vom Ausmass eines Ozeanbeckens», staunt Barbara Block von der Stanford University. Die Befunde über die Reisewege des Weissen Hais «Nicole» gehören zu den wichtigsten Beiträgen zur Lebensweise dieser Art, erklärt Ramon Bonfil, der Hauptautor der Studie, die in der Zeitschrift «Science» vorgestellt wird: «Möglicherweise müssen wir die Lebensgeschichte dieses mächtigen Fischs neu schreiben.»

Genetische Hinweise auf Beziehungen zwischen den Weissen Haien vor Australien und Afrika gab es zwar schon, erzählt der Hai-Experte Peter Klimley von der University of California. «Aber dies ist nicht dasselbe wie die Darstellung der tatsächlichen Bewegungen.»

Bonfil zeigt sich überrascht, denn bisher ging man davon aus, dass Haie sich vor allem vor der Küste aufhalten. Was auch auf 24 Weisse Haie zutraf, die vor Südafrika beobachtet wurden. Nur «Nicole» ging auf die ganz grosse Reise quer über den Indischen Ozean.

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