Neues Sonnensystem entdeckt Genfer Forscher galaktisch gut!

GENF - Grosser Erfolg für die Uni Genf: Astronomen haben ein Sonnensystem entdeckt, in dem wahrscheinlich sieben Planeten kreisen. 127 Lichtjahre von der Erde entfernt gelegen, ähnelt es damit unserem eigenen Sonnensystem mit seinen acht Planeten.

  • Publiziert: 09.14 Uhr, Aktualisiert: 14.01.2012
play Was für uns die Sonne, ist im neuentdeckten System der Stern HD 10180. (Keystone)

«Was wir entdeckt haben, ist wahrscheinlich das Planetensystem mit den bislang meisten bekannten Planeten», sagt Forscher Christophe Lovis in einer Mitteilung der Universität Genf. Die Messungen bestätigten die Präsenz von mindestens fünf Planeten von der Masse Neptuns. Das heisst, sie sind also etwa 13 bis 25 Mal schwerer als die Erde.

Die «Sonne» heisst HD 10180

Diese Planeten kreisen um den Stern HD 10180, der im Sternbild Hydrus – zu Deutsch «Kleine Wasserschlange» – am Südhimmel liegt. Sie sind zwischen 0,006- und 1,4 Mal weiter vom Stern entfernt als die Erde von der Sonne. Für einen Umlauf um den Stern benötigen sie zwischen 6 und 600 Tagen.

«Wir haben gute Gründe zu der Annahme, dass zwei weitere Planeten existieren», sagte Lovis. Der eine ähnelt Saturn und braucht 2200 Tage für einen Umlauf. Der andere wäre mit einer 1,4 Mal grösseren Masse als die Erde der leichteste bislang entdeckte Planet ausserhalb unseres Sonnensystems.

Ein «Jahr» sind 1,18 Erdentage

Das Gewicht ist allerdings die einzige Ähnlichkeit dieses Planeten mit der Erde. Er befindet sich extrem nahe an seinem «Mutterstern». Der Abstand beträgt gerade mal 2 Prozent von der Distanz zwischen Erde und Sonne. Ein «Jahr» auf diesem glühend heissen Gesteinsplaneten würde daher bloss 1,18 Erdentage dauern.

Bestätigen sich die Planeten Nummer sechs und sieben, kommt das neue Planetensystem auf fast ebenso viele Himmelskörper wie unser eigenes mit acht. Eine weitere Ähnlichkeit ist die Anordnung der Planeten: Laut den Forschern folgen die Entfernungen der Planeten zu ihrem Stern einem regelmässigen Schema – wie in unserem eigenen Sonnensystem.

Erkenntnisse dank Harps

Für die sechs Jahre dauernde Studie benutzten die Forscher den auf ein Teleskop in Chile montierten Harps-Spektrografen. Harps misst winzige Bewegungen des Sterns, die durch die Anziehungskräfte der Planeten verursacht werden. (SDA/gsc)

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