Geheimnis gelüftet Wieso es beim Popcorn-Machen «chlöpft»

Palaiseau/Grenoble – Mit einem satten «Popp» wird ein Maiskorn zum Popcorn. Französische Wissenschaftlern haben nun geklärt, wie das charakteristische Geräusch entsteht.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 600 Jahre Niklaus von Flüe Wem gehört der heilige Einsiedler?
2 Raumfahrt Erfolgreiche «Falcon 9»-Mission
3 (Aber)glauben Sie nichts? 13 Fakten zum Freitag dem 13.

Wissen

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
15 shares
Fehler
Melden

Nicht das Reissen der Schale oder der Aufprall nach dem Aufhüpfen sei die Ursache, berichten sie im «Journal of the Royal Society Interface». Vielmehr löse der sehr schnell entweichende Wasserdampf den Knall aus.

Weitere Erkenntnisse: Ein Maiskorn wird meist in einem anderthalbfachen Salto zum Popcorn. Und die entstehende Puffmais-Flocke besitzt nur noch etwa ein Achtel der ursprünglichen Dichte.

Bereits die amerikanischen Ureinwohner kannten die geplatzten Maiskörner. Bei Ausgrabungen wurden mindestens 4000 Jahre alte Puffmaiskörner gefunden. In Europa wurde das Popcorn erst nach dem Zweiten Weltkrieg populär.

Es wurde auf Jahrmärkten angeboten, verkaufte sich jedoch erst gut, als es gesüsst wurde. Ein Grossteil des jährlichen Popcornverzehrs entfällt in der Schweiz auf die Kinos - auch wenn es inzwischen etliche Produkte für Herd oder Mikrowelle zu Hause gibt.

Dass die kritische Temperatur für das Aufploppen bei etwa 180 Grad Celsius liegt, war aus früheren Messungen und der Praxis bekannt. Emmanuel Virot von der École Polytechnique in Palaiseau und Alexandre Ponomarenko von der Universität Grenoble verwendeten nun eine Hochgeschwindigkeitskamera, um dem Bruchteile von Sekunden dauernden Prozess genauer auf die Spur zu kommen.

Ein Maiskorn enthält den Wissenschaftlern zufolge etwa 20 Milligramm Wasser. Der überwiegende Teil liege in flüssiger Form vor. Beim Aufbrechen der Schale lasse der Druck im Korn nach und das Wasser verdampfe schlagartig - binnen einer Zehntel Sekunde.

Dabei forme es das stärkehaltige Innere des Korns zur bekannten Flockenform. Durch die Kopplung eines hochauflösenden Mikrofons mit den Aufnahmen der Kamera fanden die Forscher heraus, dass genau dieses Entweichen des Wasserdampfs das «Popp»-Geräusch verursacht.

Die Kameraaufnahmen zeigten zudem, wie der erhitzte Mais springt: Beim Aufreissen der Schale entsteht demnach an der Unterseite ein stärkehaltiges «Bein», das das Korn eine Drehung um 480 bis 500 Grad vollziehen lässt - einen Salto mit fast anderthalb Umdrehungen. Die Beschleunigung dabei ist allerdings wenig rekordverdächtig: Bei einem springenden Floh ist sie fünffach grösser. (SDA)

Publiziert am 11.02.2015 | Aktualisiert am 11.02.2015
teilen
teilen
15 shares
Fehler
Melden