Forscher lösen Rätsel Das führt zu Fressattacken nach dem Kiffen

Deutsche und US-Forscher haben den Grund für den Heisshunger nach dem Kiffen entdeckt: Nervenzellen, die normalerweise den Appetit drosseln, werden durch den Hanfwirkstoff so umgepolt, dass sie Hunger auslösen.

Nicht medizinisch notwendiges Kiffen ist in Washington nun legal play
Nicht medizinisch notwendiges Kiffen ist in Washington nun legal Keystone

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Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Erkenntnisse für die Behandlung von Essstörungen nützlich sein könnten.

«Konsumenten von Marihuana entwickeln sogar dann Heisshunger, wenn ihr Magen gut gefüllt ist», erklärte der Mitautor der Studie, Marco Koch von der Universität Leipzig, in einer Mitteilung der Hochschule. Bekannt war bereits, dass diese appetitanregende Wirkung mit den Andockstellen für die Cannabiswirkstoffe (Cannabinoide) auf den Nervenzellen zusammenhängt.

Um den Mechanismus dahinter zu entschlüsseln, haben Koch und seine Kollegen komplett gesättigten Mäusen Cannabinoide injiziert. Diese frassen danach weiter. Zur Überraschung der Forscher waren bei ihnen jedoch nicht einfach jene Nervenzellen, die den Appetit zügeln, ausgeschaltet. Diese stellen normalerweise ein Sättigungshormon her.

Im Gegenteil, die Cannabinoide polten die Nervenzellen um und brachten sie dazu, ein hungrig machendes Hormon namens Beta-Endorphin freizusetzen, wie die Forscher im Fachmagazin «Nature» berichten. «Dieses ‹Hunger-Hormon› veranlasste die satten Mäuse, weiter zu fressen», sagte Koch.

Aufgrund der dramatisch ansteigenden Zahl von Menschen mit starkem Übergewicht interessieren sich Wissenschaftler weltweit besonders für das Essverhalten, schreibt die Hochschule. Koch sieht denn auch mögliche medizinische Anwendungen: «Möglicherweise können unsere Ergebnisse beitragen, Therapien zur Behandlung von Essstörungen zu entwickeln.» (SDA)

Publiziert am 23.02.2015 | Aktualisiert am 23.02.2015
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  • Thomas  Hager aus Luzern
    24.02.2015
    Diese Erkenntnis wird schon lange bei Krebspatienten mit Chemotherapie umgesetzt, einfach nicht offiziell da verboten, aber unter der Hand empfohlen.