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Die Sonne – hier erstrahlt sie über den Berner Oberlänger Alpen – ist nicht nur zum Geniessen, sondern für manche auch zum Niesen. (Keystone)
Dass die Sonne manche Menschen in der Nase kitzelt, ist schon seit Jahrtausenden bekannt. Bereits der griechische Gelehrte Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) befasste sich mit dem Thema. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass gar jeder Vierte auf diesem Planeten von der Sonne zum Niesen gebracht wird.
Warum das so ist, wollte nun ein Team des Instituts für Neuropsychologie der Uni Zürich näher ergründen. Die Wissenschaftler verglichen die Hirnströme von zehn «Sonnenniesern» mit jenen von zehn Menschen, denen die Sonne nicht in die Nase steigt.
In einem der Experimente setzten die Forscher die Testpersonen starken Lichtreizen aus und wollten von ihnen wissen, wann es sie am stärksten in der Nase kitzelt. Sie fanden zwei Hirnareale, die genau dann besonders stark aktiviert waren, wenn der Reiz bei den «Sonnenniesern» am grössten war.
«Es handelt sich genau um jene Areale, die auch dann angeregt werden, wenn wir uns zum Beispiel mit einem Grashalm in der Nase kitzeln», sagt Institutsleiter Nicolas Langer. Die Gehirnströme ähneln laut den Forschern zudem jenen, die in Studien bei Schmerz- oder Ekelreizen festgestellt wurden.
Gelöst ist das Rätsel des Phänomens mit der Studie allerdings nicht. Die gängigste Theorie geht davon aus, dass bei betroffenen Menschen der Sehnerv ungewöhnlich nahe an jenem Nerv verläuft, der für das Niesen verantwortlich ist. Dieser Beinahekontakt im Hirnstamm führt zu einem erhöhten Niesreiz, wenn der Sehnerv stark aktiviert wird. (SDA/gsc)