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Die Amygdala befindet sich vorne im Hirn. (Keystone)
Angst ist ein Urgefühl des Menschen und hat uns schon aus so mancher brenzligen Situation gerettet. Ein Leben ganz ohne dieses Gefühl kann man sich kaum vorstellen. US-Forscher ist es nun gelungen neue, bahnbrechende Erkenntnisse in der Anstforschung zu gewinnen – mit Hilfe einer Frau die keine Angst mehr empfindet.
Die Frau, die von den Wissenschaftlern nur «SM» genannt wird, verlor durch eine Erkrankung die Hirnregion Amygdala. Schon vor dieser Untersuchung wurde vermutet, das diese Hirnregion für Angstgefühle zuständig ist, doch direkt bestätigt konnte die Theorie erst jetzt werden.
Die Forscher der «University of Iowa» testeten die Reaktionen von «SM» in verschiedenen prekären Situationen: Sie gingen mit ihr in ein Spukhaus mit starken Schreckeffekten und liessen sie Horrorfilme anschauen. Gemäss eigenen Aussagen hatte «SM» vor dem Verlust der Funktion der Amygdala Angst vor Spinnen und Schlangen. So gingen die Forscher mit ihr auch in ein Tiergeschäft, wo sie diese Tiere berühren musste. In keiner dieser Situationen verspürte «SM» auch nur einen Hauch von Angst. Beim anfassen der Tiere, sei sie lediglich neugierig gewesen.
Erstaunlich ist, dass Emotionen wie Wut, Trauer und Freude bei der Patientin unverändert blieben. Sie kann über ein schlimmes Ereignis traurig sein, doch Angst hat sie dabei keine.
Auch andere Bereiche ihres Gehirns sind völlig unversehrt. Intelligenz, Sprache und Wahrnehmung sind normal ausgeprägt und nicht von der Beeinträchtigung der Amygdala betroffen.
Obwohl Angst eine natürliche, und nützliche Schutzfunktion ist, können die Ergebnisse ein grosser Gewinn für die Medizin sein: So könnten Medikamente die auf die Amygdala einwirken Menschen mit schweren Angstzuständen helfen. Zum Beispiel Kriegsveteranen die schreckliche Dinge erlebt haben, die sie nicht vergessen können.