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Die Versteinerungen des «Balaur Bondoc» und die Skizze, die zeigt, wie er ausgesehen haben könnte. Der Hinterfuss (rechts unten) ist rund 25 cm lang. (AP)
Fleischfressende Raptoren spielen im Film «Jurassic Park» von Steven Spielberg eine wichtige Rolle. Wir erinnern uns: Die agilen Räuber attackierten die Inselbesucher.
Nun haben im rumänischen Siebenbürgen Archäologen das bisher vollständigste Raptoren-Skelett entdeckt. Unter anderem Hinterfussknochen mit sichelförmigen Reissklauen.
Der etwas über zwei Meter lange «Balaur bondoc» (stämmiger Drache) hat gleich zwei von diesen messerscharfen Waffen – bisher waren nur Raptoren mit einer Klaue bekannt. Und das ist nur der offensichtlichste von rund 20 entdeckten spezifischen Merkmalen dieser neuen Unterart.
Das hat seinen Grund: Der «Balaur bondoc» lebte vor rund 70 Millionen Jahren auf einer Insel des überfluteten europäischen Kontinents. Dort entwickelte er sich zu einem muskelbepackten Raubtier, das Beutetiere ansprang und mit den Klauen aufschlitzte. Sein Skelett deutet darauf hin, dass er stämmiger war als die in Asien gefundenen Raptoren – die in «Jurassic Park» zu sehen sind.
Übrigens: Der Fund wirft die «Inseltheorie» über den Haufen. Sie besagt, dass Inseltiere meist primitiver und kleiner sind als ihre Verwandten auf den Kontinenten. Darauf deuteten bisherige Funde von Pflanzenfressern hin. Der rumänische Raptor belegt nun, dass diese Theorie bei Räubern nicht gilt.