Der «Lebensmensch» schaffts an die Spitze

  • Publiziert: 11.12.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

WIESBADEN – Stefan Petzner, der Sprecher des verstorbenen Jörg Haider sagte, der Rechtspopulist sei sein «Lebensmensch» gewesen. Damit katapultierte er einen nichtexistenten Begriff in die obersten Sphären des Sprachgebrauchs.

Denn «Lebensmensch» wurde als Wort des Jahres 2008 in Österreich gewählt. Das entschied eine siebenköpfige Fachjury in Graz. Die Jury würdigte die Bedeutungsambivalenz und den hohen emotionellen Wert des Wortes.

In Deutschland wurde ein Wort gewählt, das es wohl in einigen Ländern an die Spitze schaffen könnte: «Finanzkrise». Der Ausdruck sei seit Anfang des Jahres in der öffentlichen Diskussion präsent und kennzeichne zusammengefasst die dramatische Entwicklung im Banken-, Immobilien- und Finanzsektor, lautet die Begründung.

Die weiteren Plätze in Deutschland: Rang zwei besetzt das Wort «verzockt», den dritten Platz nahm die Bezeichnung «Datenklau» ein.

In Österreich schaffte es die Jugendkulturbewegung «Krocha» auf Rang zwei, der dritte Rang geht an die «Wachteleierkoalition» aus dem diesjährigen Wahlkampf.

Das Unwort des Jahres

Zum Unwort 2008 gewählt wurde die «Gewinnwarnung». Sie sei «aus sprachlicher Sicht interessant, da sie scheinbar vor Gewinnen warnt, tatsächlich aber Verluste, beziehungsweise verminderte Gewinne meint», befand die Jury.

Der Spruch des Jahres stammt aus der Welt des Fussballs. Geäussert wurde er während der Euro 08 vom österreichischen Nationaltrainer Josef Hickersberger: «Wir haben heute nur unsere Stärken trainiert, deswegen war das Training nach 15 Minuten abgeschlossen.» (SDA/num)

play «Ich hab nur ihn gehabt.» Jörg Haider und sein «Lebensmensch» Stefan Petzner (l.). (Reuters)

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