Sie rappt frech über das Cern in Genf: Jungphysikerin Katie McAlpine (23) erobert die Internet-Jugend – und ist dabei noch wissenschaftlich korrekt.
Es liegt bei
Genf, ist der ganze Stolz der europäischen Forschung und sucht nach den kleinsten Dingen der Welt: das Kernforschungszentrum Cern. Oder, so befürchten einige, es produziert ein Schwarzes Loch, das gleich die ganze Erde verschluckt. Doch wir Laien haben mit dem Cern meist nur ein Problem: nämlich keinen blassen Schimmer, was die 3000 Forscher dort so treiben.Physik-Studentin Katherine McAlpine (23) liess das keine Ruhe. Die Antwort der Amerikanerin ist witzig, geistreich und ein Riesenerfolg auf dem Internet: der «Large Hadron Rap» – der Rap über den LHC, den riesigen Teilchenbeschleuniger im Keller des Cern.«Der LHC ist superduper-cool», heisst es da auf Englisch: «Was er entdeckt, wird euren Kopf zum Explodieren bringen.» Dann erklärt «Alpinekat» – so nennt sich die Rapperin – was hinter der Riesenmaschine steckt: Warum der Beschleuniger Atomteilchen zusammenkrachen lässt.Warum er nach unbekannten Teilchen sucht: Higgs-Bosonen, Dunkler Materie, Gravitonen.Warum Schwerkraft schwach ist, auch wenn es wehtut, wenn wir vom Velo fallen.Überhaupt: Warum 20 Länder in einen 27 Kilometer langen Tunnel-Kreis investieren, der nach kaum messbaren Dingen sucht.Klar? Wenn nicht: no problem. «Alpinekat» erklärt alles schön frech und schön eins nach dem andern. Sie redet von «bösen Zwillingen». Von Teilchen, die einander in den Hintern zwacken. Von Forschern, die vielleicht ihre schönen Naturgesetze über den Haufen werfen müssen. Auf dem Internet-Video groovt sie durch den Tunnel, mit Physiker-Kittel und Schutzbrille. Hinter ihr tanzen die Studien-Kollegen. Dazu gibts Illustrationen aus dem Cern-Archiv – und einen Comic.Das ehrenwerte Cern ist begeistert: «Brillant», schwärmt Sprecher James Gillies. «Sie hat ein Riesentalent. Und der Text ist wissenschaftlich absolut korrekt.» Die Cern-Leitung war baff, als Katherine – als Praktikantin bei der Presseabteilung – den Text zur Genehmigung vorlegte. Gillies: «Sie hatte unsere volle Unterstützung.»Doch Katherine McAlpine hat Erfahrung. Auf ihrer Youtube-Webseite präsentierte sie schon vor einem Jahr den «Neurochip-Rap»: Über zwei israelische Physiker, die Computerchips und Nervenzellen kombinieren. «Das ist doch was, worüber man rappen sollte», fand Katherine alias «Alpinekat».Der Fankreis der selbsternannten «Abenteurerin im Reich der Ideen» wächst. Der Cern-Rap wurde auf youtube.com bereits 314000-mal angeschaut. «Ein Erfolg, der sie völlig überrascht hat», weiss Cern-Sprecher Gillies.Dabei sagte es Katherine auf ihrer Homepage vorher selber: «Wissenschaft soll Spass machen. Darum glaube ich, Physik-Rap ist das nächste grosse Ding.»Superduper-cool.