Der silberne Roboter schiesst unter dem Licht der Scheinwerfer vom einen Ende des Felds auf den einzigen Verteidiger zu, der noch zwischen ihm und dem Tor steht. Dabei macht der «Whirling Dervish» (Wirbelnder Derwisch), wie ihn seine Entwickler genannt haben, seinem Namen alle Ehre und dreht sich furios.
Aber plötzlich stoppt er ganz abrupt und steht wie festgeklebt in der Mitte des Spielfelds. Schnell erscheint ein Metallarm, um ihn zu retten. Es ist aber kein Kran, sondern eine Akupunkturnadel, die ihn vom Spielfeld zieht, das nur die Grösse eines Reiskorns hat!
Der Wirbelnde Derwisch wiegt auch bloss ein paar hundert Nanogramm und trat im ersten Fussballspiel im Nanobereich an, das es wohl je gab. Es war Teil des Robocups, der Weltmeisterschaft der Roboter, die am Wochenende in Atlanta in den USA über die Bühne ging (siehe Box rechts). Die Vorstellung der Nano-Roboter sollte dabei auch die Potenziale deutlich machen, die in dieser noch jungen Technik stecken.
«Wenn man eine einzelne Ameise hat, dann kann sie nicht viel machen, aber viele Ameisen können Ungeheures leisten», sagt Mikroroboter-Forscher Michael Gaitan. «Wir glauben, dass das auch auf die Mikroroboter zutrifft. Wohin die Entwicklung geht, werden wir noch sehen. Jetzt gibt es erst einmal Fussball.»
Souveräner Sieger beim Mini-Kicken: das Team der ETH Zürich. Es hat ein beeindruckendes Antriebssystem entwickelt, das aus Magneten besteht. Alles läuft vollautomatisch, der Spieler braucht nur auf eine Stelle auf dem Bildschirm zu klicken und kann dann zusehen, wie das kleine Gerät sich dort hinbewegt.
Und wozu der ganze Spass? Natürlich gibt es einen ernsten Hintergrund: Die Forscher hoffen, dass die kleinen Roboter einmal in das menschliche Blutsystem eingeführt werden können, um dann zum Beispiel defekte Zellen zu reparieren. Patentanträge für das in den vergangenen sechs Monaten entwickelte System liegen schon vor. (AP/hhs)