Studie «Arme-Leute-Babys» sind unbequemer

ROTTERDAM (NL) – Arme Eltern sind doppelt arm dran, denn: Sie werden nicht nur durch fehlendes Geld gequält, sondern auch von mühsamem Nachwuchs.

  • Publiziert: 08.12.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Nicht nur Mister Bush bringt Babys zum Weinen, sondern auch der soziale Status der Familie. (Reuters)

Säuglinge einkommensschwacher und gering gebildeter Eltern sind laut einer holländischen Studie häufiger «unbequem» als der Nachwuchs gut situierter Familien mit höherer Bildung. Die Unterschiede sind bereits im Alter von sechs Monaten nachweisbar.

«Arme-Leute-Babys» heulen zum Beispiel lauter und länger beim Waschen, Ankleiden oder Windelnwechseln. Zudem schlafen die Kinder schlechter ein, sind schneller durch etwas abgelenkt und reagieren stärker auf Veränderungen.

Die Gründe für die Verhaltensprobleme sind laut Forscherin Pauline Jansen von der Erasmus-Universität in Rotterdam vielfältig. Auffallend sei aber, dass die Eltern oder Versorger von Kindern in armen Verhältnissen selbst öfter mit Stresssituationen konfrontiert seien. «Wir haben bei diesen Müttern häufiger psychische Probleme beobachtet, oft gab es auch Streitigkeiten zwischen den Eltern.»

In der Gruppe der wenig gebildeten Eltern seien 22 Prozent aller Mütter alleinerziehend. Bei den höher gebildeten und besser verdienenden Eltern sind es nur 3 Prozent.

Für die Studie hat Jansen Daten von über 5000 Babys mit Angaben zur Situation der Eltern ausgewertet. Im Ergebnis empfiehlt sie weitere Forschungen zum Zusammenhang zwischen «schwierigem Temperament» bei Babys und späteren Verhaltensstörungen. Denn ihrer Meinung nach gibt es Hinweise darauf, dass die betreffenden Babys später unter Aufmerksamkeitsdefiziten, Hyperaktivitäts- oder Angststörungen leiden. Dadurch kann es zu Problemen in der Schule und bei der Eingliederung in das gesellschaftliche Leben kommen. (SDA/gsc)

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