
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Es war gegen 23.00 Uhr, als ich nach Hause kam. Vor der Haustüre erkannte ich ein Häufchen besoffenes Elend mit einer Bierflasche in der Hand. Es war Rebekka. Sie wohnt im zweiten Stock. Neben mir.
Ich setzte mich neben sie. Wortlos. Das einzige, was ich tat, war ihr eine Zigarette anzubieten. Sie flennte los: «Dä Wixer… Er hät Schluss gmacht, nach foif Jahr.» Ok, ich wusste, in solchen Momenten gabs keine tröstenden Worte. Frisch Verlassene wünschen sich den Weltuntergang. Das galt es zu respektieren.
Ich legte meinen Arm um sie. «Alles wäg sinere Scheiss Praktikantin, die Nutte isch grad mal 25-gi, klar schmeisst sie sich a ihn. Und er?! Gheit voll druf i. Schwanzgstüürts Arschloch.»
Ich schleppte Rebekka in ihre Wohnung.
Drei Tage später schenkte ich ihr ein Playgirl und einen Sieben Stutz-Vibratoren aus dem Klo-Automaten im Hooters. Das war letzten August.
Vor ein paar Tagen traf ich Rebekka in der Waschküche. Während ich meine Wäsche sortierte und sie zutextete, wendete sie ihren Blick von mir ab und war reserviert. Ich fragte, ob alles okay sei. «Weisch Maja, dass du ä luuti Nachbarin bisch, das weiss ich. Grundsätzlich störts mich au nöd, aber letscht Mittwuch, da häsch es übertriebe.»
Ich dachte nach. Oha! Letzten Mittwoch war Phil da. Ich erinnerte mich, dass wir eine Youtube-Party mit Zigaretten und Wein feierten.
«Stahsch nöd uf Wu Tang?», fragte ich und lachte. «Maja, nöd dä Sound hät gschtört». Fuck! Jetzt verstand ich. Es waren FG’s, die Rebekka zu schaffen machten. Fick-Geräusche. Ich entschuldigte mich und schickte ein Stossgebet zum Himmel, ihr nie wieder begegnen zu müssen.
Seit gestern Nacht aber sind wir quitt. Es war weit nach Mitternacht, als ich erwachte. Vor meiner Haustüre hörte ich ein Poltern. Natürlich blickte ich durch den Spion und sah Rebekka. Sie hing um den Hals eines Mannes. Mitte Zwanzig schätze ich. Rebekka ist 35.
Keine zehn Minuten später wurde es laut. Man hätte meinen können, Rebekka dreht einen Hardcore Porno. Ich wusste auch stets genau, ob sie gerade durch die Küche, das Wohnzimmer oder den Flur gevögelt wird.
Nach zwei Stunden war ich mir sicher: Rebekka ist zu multiplen Orgasmen fähig.
Am nächsten Tag legte ich Rebekka Kamillosan (gegen kleinflächige Entzündungen und Brennen im Schrittbereich) vor die Türe. Dazu ein Post-It: «Meine Liebe, wir sind quitt. Jetzt, da auch du weißt, dass der Kochherd die perfekte Fick-Höhe hat, sollten wir einen Martini trinken. Und auf den Architekten unserer Küchen anstossen.
P.S: Kamillosan nach dem Sex ist wie Alka Seltzer nach dem Rausch. Enjoy!»
play
Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).