Sonntags-Krimi – Neuer Fall Suff, Sex und andere Sauereien

Chefredaktor Haberer ist sauer: Unsere LeserInnen haben mit 69,3 Prozent die Fasnacht zu seinem Thema gewählt. Doch als Sex ins Spiel kommt, wird er schnell giggerig auf die Story.

Aktuell auf Blick.ch

Life

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
23 shares
Fehler
Melden

Jonas Haberer, Chefredaktor der Print- und Online-zeitung «Aktuell» Jonas Haberer scharrt mit seinen Boots. «Fasnacht ist Mist», kommentiert er an der Redaktionssitzung Peter Renners Story-Idee. Doch der Nachrichtenchef kämpft: «Fasnacht ist Suff, Sex, Sauereien!» Joël Thommen, Fotograf aus Basel, meldet sich zu Wort: «Fasnacht ist aber auch Kultur.» Haberer scharrt noch heftiger: «So ein Quatsch! Ich bin Berner. Ich mag Fasnacht nicht. Aber ich liebe unseren Zibelemärit. Dieser wurde erfunden, damit man frühmorgens besoffen sein darf. Und glaubt mir: Der Kerl, der die Fasnacht erfunden hat, wollte auch nichts anderes!» Nun greift Verlegerin Emma Lemmovski ein: «Als gebürtige Deutsche sage ich euch: In Süddeutschland ist Fasching der wichtigste Event des Jahres.» Renner ergänzt: «Und viele Schweizer reisen deshalb extra nach Deutschland. In diesem Jahr wegen des schwachen Euros wohl noch mehr.» Haberer murrt, er gibt grünes Licht für die Reportage.

Renner schickt Alex und Henry nach Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg zum internationalen Guggenmusik-Treffen mit vielen Schweizer Formationen. Tatsächlich herrscht in der Stadt Tohuwabohu. Auf den Bühnen rundum wird geschränzt, es gibt überall Stände mit Currywürsten, Hähnchen, Bier. Schnell finden die Reporter Schweizer Guggen: die

«Pilatusspöitzer» aus Luzern und die «Rhyschiffer» aus Basel. Männerguggen. Dazu die Frauen-Clique «Tutti-Frutti» aus Sarnen OW. Alex und Henry befragen die Fasnächtler. Viele sind beschwipst, aber anständig. Als Alex abends mit Renner telefoniert und ihm davon erzählt, ist der enttäuscht: «Haberer will Sex und Saufereien!» Alex und Henry müssen sich also ranhalten.

Kurz vor Mitternacht treffen sie in einer Bar einen «Pilatusspöitzer»  an. Er kippt in seinem Sennen-Kostüm gerade vom Hocker. Ein Basler «Rhyschiffer» will ihm helfen, stösst aber torkelnd gegen den Tresen. Schnaps fliesst in Strömen, die Hemmungen fallen. Die Männer hangen an «Tutti-Frutti»-Frauen, es wird geknutscht und gegrapscht. Henry fotografiert. Aber noch hat er nicht genug. Ein Oben-ohne-Bild – das würde Fasnachtsmuffel Haberer überzeugen! Kurz nach ein Uhr bekommt er, was er will. Er verfolgt ein «Tutti-Frutti»-Girl und einen «Rhyschiffer» in den Hinterhof. Es geht zur Sache. Henry sieht halb entblösste Körper, hört Gestöhne.

Plötzlich rennt eine Horde «Pilatusspöitzer» heran. Einer schreit: «Du elender Rhypisser, was machst du mit meiner Freundin!» Es kommt zum Handgemenge. Das «Tutti-Frutti»-Girl flüchtet. «Rhyschiffer» eilen herbei. Gebrüll. Eine Schlägerei. Dann Ruhe. Ein «Pilatusspöitzer» bringt Schnäpse zur Versöhnung. Einer lallt: «Jetzt gehen wir ins Puff . Mit unseren steifen, äh – ... hihi ... – starken Fränkli bekommen wir je zwei Frauen.» Gelächter. Mehr Schnaps fliesst.

Alex und Henry schicken kurz vor 10 Uhr ihre Reportage in die Redaktion in die Schweiz. Haberer ist begeistert von der Fasnachts-Suff-Sex-Story.

Im Frühstückssaal ihres Hotels treffen die Reporter am anderen Morgen neuerlich auf die Schweizer Fasnächtler – manche trinken schon Kafi-Schnaps und Bier. Doch die Stimmung ist gedrückt. Es fallen giftige Bemerkungen. Auch später am Guggenkonzert im Festsaal spielen die «Tutti-Frutti», die «Pilatusspöitzer» und die «Rhyschiffer» zwar fetzige Fasnachtsmusik, doch der Funke will nicht aufs Publikum überspringen. Alex fragt die Gugger, was los sei. Antwort bekommt er keine.

Die Basler sind die Ersten, die nach Hause reisen. Die Reporter begleiten sie zu ihrem Bus. Die «Rhyschiffer» verstauen ihre mehrere Tausend Franken teuren Instrumente und Kostüme im Anhänger des Cars. Henry fragt, ob er im Bus mitfahren dürfe, um zusätzliche Fotos zu machen. Niemand hat etwas dagegen. Alex fährt im Auto. Die Abfahrt des Busses verzögert sich, denn Trompeter Ruedi fehlt. Keiner weiss, wo er ist. Sein Handy ist tot. Irgendwann ruft einer: «Der ist bei einer Tussi, der kommt allein heim!»

Der Bus fährt los. Doch der Chauffeur muss gleich wieder anhalten: Die «Pilatusspöitzer» versperren ihm den Weg, sie schränzen den Baslern mitten auf der Strasse ein letztes Stück. Einige Basler applaudieren, andere zeigen ihren Stinkefinger. Henry wundert sich. Aber er ist schliesslich Welscher, Fasnacht ist ihm fremd. Auch auf der langen Heimfahrt wird viel Bier getrunken. Es mieft nach Alkohol. Henry sässe lieber bei Alex im Auto.

Als der Bus kurz vor Mitternacht endlich in Basel ankommen, öffnet der Chauffeur den Anhänger. Und bekommt einen Schock.

Publiziert am 01.02.2015 | Aktualisiert am 01.02.2015
teilen
teilen
23 shares
Fehler
Melden

Wie soll es weitergehen?

Abstimmen
  play

 

Sonntags-Krimi

Den Fortsetzung-Krimi des SonntagsBlick schreibt Autor Philipp Probst ( www.philipp-probst.ch). Dabei entscheiden die Leser, wie die Geschichte weitergeht. Lesen Sie die aktuelle Folge und stimmen Sie ab, welches Szenario Sie bevorzugen. Die nächste Folge lesen Sie dann jeweils am folgenden Sonntag im SonntagsBlick und online.

TOP-VIDEOS