Sonntags-Krimi – Folge 4 Tod, Moral und die grosse Krise

Tragisches Ende: Die Reporter Sandra und Henry sowie Skilehrerin Erika finden Hotelier Matti in seiner Alphütte erhängt an einem Holzbalken. Dieses Finale wollen 53 Prozent der LeserInnen. Doch bei «Aktuell» kommt es deshalb zur Krise.

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Skilehrerin Erika fackelt nicht lange: Mit einem Skistock schlägt sie die Scheibe ein, öffnet das Fenster und klettert in die Hütte. Doch sie stellt schnell fest: Hotelier Matti ist tot. Sie ruft die Polizei und lässt die beiden Reporter in die Hütte rein. Auf dem abgedeckten Käsekessi findet Sandra einen Brief. Ohne zu zögern liest sie ihn. Er ist von Matti. Sandra liest vor: «Beck liegt in einem Lawinenkegel im Turbach. Ich habe ihn getötet. Denn er hat mich ruiniert. Er und sein Schweizer Finanzsystem. Mein Leben lang habe ich Steuern bezahlt, Schulden beglichen, für mein Hotel gekämpft. Und dann schnürt die Nationalbank mit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses mir den Hals zu. Ich kann nicht mehr.» Henry fragt: «Mehr hat er nicht geschrieben?» «Nein.» «Keine Abschiedsworte an irgendjemanden?» «Nein.» «Wie erbärmlich», sagt Erika. «Zum Glück haben wir den Steuerverwalter rechtzeitig gefunden.» Henry macht einige Fotos. «Muss das sein?», fragt Erika gereizt. Henry sagt: «Ja, das Leben geht weiter. Wir machen nur unseren Job.»

An der «Aktuell»-Redaktionssitzung wird lange über die Story diskutiert. Chefredaktor Jonas Haberer und Nachrichtenchef Peter Renner finden, dass der Suizid des Pleite-Hoteliers auf der Frontseite und im Web gross aufgemacht werden solle. Mit dem Foto des hängenden Matti. Dagegen wehrt sich Verlegerin Emma Lemmovski: «Es gehört zur Ethik im Journalismus, Suizide nicht zu publizieren.» Haberer sagt: «Ja, Frau Moralapostel. Aber der Kerl verrannte sich in eine hirnrissige These, machte einen kleinen Steuerfuzzi für sein Scheitern verantwortlich. Genau so, wie es Renner geahnt hat. Er will den Kerl töten und zieht sich dann mit seinem Selbstmord aus der Verantwortung. Das schreiben wir alles!» Emma Lemmovski willigt schliesslich ein, bittet aber Jonas Haberer und Peter Renner, das Foto des Hängenden nicht zu publizieren. Die beiden Raubeine halten sich daran.

Trotz der Exklusivität der Story über den Selbstmord des Hoteliers Matti springen die anderen Medien nicht darauf an. Auf den sozialen Medien Facebook und Co. werden kritische Stimmen laut: «Aktuell» habe einmal mehr eine Schmutzkampagne lanciert und den Tod von Menschen in Kauf genommen. Haberer tobt und ruft aus: «Was ist eigentlich los, verdammt? Darf man nicht mehr schreiben, was wirklich passiert? Diese politische und moralische Korrektheits-Keule geht mir auf den Sack. Dass sich Leute umbringen, weil es ihnen wegen einer verkorksten Politik wirtschaftlich mies geht, ist nichts Neues. Siehe Griechenland. Herrgottsack!» Emma Lemmovski versucht, ihn zu beruhigen. Doch Haberer stapft mit seinen Boots durch die Redaktion. Klack, klack, klack. Er schreit: «Ich habe die Schnauze voll. Ich kündige!» Er geht raus und knallt die Tür zu.

Peter Renner ruft Jonas Haberer mehrmals an. Vergebens. Am Abend fährt er zur Pingpong-Bar in der Berner Matte – Haberers Stammlokal. Tatsächlich sitzt Jonas an der Bar und besäuft sich. «Du kündigst nicht wirklich, Jonas?» «Lass mich in Ruhe, Pescheli. Ich komme nur zurück, wenn sich die Lemmo nicht weiter in meine Arbeit einmischt. Richte ihr das aus. Oder auch nicht. Mir egal. Du bist ja eh scharf auf meinen Posten.» «Jonas, bitte!» «Heuchler!» «Jonas!», fleht Renner und gibt Haberer einen freundschaftlichen Stoss. Haberer lässt sich theatralisch vom Hocker fallen, flucht, rappelt sich auf und schlägt Renner die Faust in den Magen. Es gibt eine wüste Schlägerei. Plötzlich zückt Haberer eine Pistole und fuchtelt damit herum.

Publiziert am 22.03.2015 | Aktualisiert am 22.03.2015
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Wie soll es weitergehen?»

  • 50,9% Haberer schiesst auf Whisky-Flaschen.
  • 49,1% Emma Lemmovski ist aufgetaucht und wirft Gläser auf den Boden.
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Was bisher geschah

Teil I bis III: Nach Lawinenniedergängen bei Gstaad werden zwei einheimische Skifahrer vermisst: Steuerverwalter Beck und der finanziell angeschlagene Hotelier Matti. «Aktuell»-Nachrichtenchef Renner glaubt nicht an einen Unfall, sondern an ein Verbrechen, das im Zusammenhang mit der Frankenstärke steht. Die Reporter Sandra und Henry suchen mit der Skilehrerin Erika die Vermissten. Sie entdecken eine Blutspur. Schliesslich finden sie Beck unter einem Lawinenkegel. Er lebt. Im Spital erzählt er: Er sei mit Matti von einer Lawine verschüttet worden, beide hätten überlebt, sich aber in der Schneehölle verirrt und in einem Iglu ausgeharrt. Später habe Matti ihn für seine Hotel-Pleite verantwortlich gemacht. Matti habe ihn mit einem Ski traktiert und im Schnee verbuddelt. Man vermutet Matti in seiner Alphütte.

Sonntags-Krimi

Den Fortsetzung-Krimi des SonntagsBlick schreibt Autor Philipp Probst ( www.philipp-probst.ch). Dabei entscheiden die Leser, wie die Geschichte weitergeht. Lesen Sie die aktuelle Folge und stimmen Sie ab, welches Szenario Sie bevorzugen. Die nächste Folge lesen Sie dann jeweils am folgenden Sonntag im SonntagsBlick und online.

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