Sonntags-Krimi – Folge 4 Gespenstischer Totentanz

Die Innerschweiz ist wieder zur Ruhe gekommen: Nun tanzen die Fasnächtler in Basel. 72,7 Prozent unserer LeserInnen wünschen sich dort einen dramatischen Totentanz. Kann Kommissär Olivier Kaltbrunner eine Katastrophe am Cortège verhindern?

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Der Angriff an der Luzerner Fasnacht läuft glimpflich ab, der Rauch der Petarden verzieht sich, ohne dass jemand zu Schaden kommt. Dann aber drohen die Basler «Rhyschiffer» den «Pilatusspöitzern» auf einem Transparent: Es gibt einen Totentanz, falls Pauker Bärni den Mord an ihrem Kumpel Ruedi nicht gesteht. Die Stimmung der Luzerner sinkt auf den Nullpunkt – bei den beiden Kommissaren, die das Scharmützel im Publikum beobachten, aber auch. Sie wissen nicht mehr weiter: Zwar hat Guggen-Frau Anna-Lena ausgesagt, ihr Freund Bärni habe den Basler Ruedi ermordet, doch er will nicht gestehen. Der Basler Kommissär Kaltbrunner ist alarmiert: Er erwartet einen weiteren Schlagabtausch der beiden Guggen. «Goppeloni», schimpft er in breitem Baseldeutsch. «Die Deppen versauen mir die drey scheenschte Dääg.» Kommissär Kaltbrunner ist ebenfalls bei einer Guggenmusik und freut sich seit Wochen auf die Fasnacht.

Tage später stellt er in Basel ein Notfallszenario auf und weist da-rin seinen Stellvertreter Giorgio Tamine an. «Wenn es mich nicht unbedingt braucht, lasst mich die Fasnacht geniessen», sagt er mürrisch. Er will mit seiner Gugge am Cortège mitmachen. Kurz vor dem Abmarsch erhält er letzte Infos zum Fall. Er schnaubt, lässt die Trommelschlägel tanzen und beginnt unter seiner Harlekin-Larve wie ein Bub zu grinsen. Für Kaltbrunner gibt es nichts Schöneres als die Fasnacht. Er freut sich auf den ersten Halt, das zweite, dritte Bierchen. Da entdeckt er am Strassenrand die «Aktuell»-Reporter Alex und Henry. Ihm schwant Böses.

Tatsächlich sind die Journalisten nicht für den Cortège nach Basel gereist. Sie wissen, dass die Luzerner «Pilatusspöitzer» den «Rhyschiffern» hier den Spass verderben wollen – Revanche. Sie stehen beim Käppelijoch auf der Mittleren Brücke, zusammen mit Tausenden von Schaulustigen, die den Cliquen und Guggen zuhören, mittanzen, lachen und mit den Waggis auf den Wagen schäkern.

Plötzlich schlägt die Stimmung um. Schwarz gekleidete Menschen tanzen gespenstisch still durch die Reihen. Sie tragen Pauken und Trompeten – und Masken, die an Edvard Munchs «Der Schrei» erinnern. «Das sind sicher die ‹Rhyschiffer›», sagt Alex. «Sie führen tatsächlich den Totentanz auf!» Jetzt mischen sich Sennen und die dunklen Gesellen ein. Auch sie haben Instrumente dabei. Und Mistgabeln! «Und das sind die ‹Pilatusspöitzer›», murmelt Alex. Dann schreit er: «Achtung, alle zurücktreten!» Mistgabeln fliegen durch die Luft, Menschen schreien und stieben auseinander. Ein Harlekin mit Trommel rennt heran, er reisst sich die Larve vom Kopf: Kommissär Kaltbrunner.

Er packt einen der Sennen – und dann den Milchtrichter, der an dessen Hals baumelt. Wie beim Alpsegen hält er sich den Trichter vor den Mund und sagt gut hörbar: «Ich bin der Kommissär. Beruhigt euch! Der Mord an Ruedi ist geklärt.» – «Wie? Was? Wer?», sagt der Senn verdutzt, den Kaltbrunner noch immer am Kragen festhält. «Es war nicht Bärni!», fährt der fort: «Mehr kann ich hier nicht sagen.» Es wird still, die Umstehenden schauen sich an. Die «Rhyschiffer» beginnen wieder zu tanzen und fordern die «Pilatusspöitzer» zu einem Ständchen auf. Ein skurriler Anblick: Schreiende Tote schwingen mit Sennen das Tanzbein. Nach einer Weile greifen die Fasnächtler zu ihren Instrumenten und schränzen aus Leibeskräften los.

Die Reporter Alex und Henry sind baff. Hat der Kommissär geblufft?

Publiziert am 22.02.2015 | Aktualisiert am 22.02.2015
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Wie solls weitergehen?»

  • 55,5% Szenario 1: Nein, der Kommissär weiss tatsächlich, wer Ruedi in Deutschland getötet hat.
  • 44,5% Szenario 2: Ja. Kommissär Kaltbrunner hat nur einen vagen Verdacht.
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Sonntags-Krimi

Den Fortsetzung-Krimi des SonntagsBlick schreibt Autor Philipp Probst ( www.philipp-probst.ch). Dabei entscheiden die Leser, wie die Geschichte weitergeht. Lesen Sie die aktuelle Folge und stimmen Sie ab, welches Szenario Sie bevorzugen. Die nächste Folge lesen Sie dann jeweils am folgenden Sonntag im SonntagsBlick und online.

Was bisher geschah

Teil I bis III: An einem Guggentreffen in Deutschland kommt es zu einem Drama: Der Basler «Rhyschiffer» Ruedi wird ermordet, nachdem er Sex mit Anna-Lena hatte, einer Frau der «Tutti-Frutti»-Gugge aus Obwalden. Ruedis Fasnachts-Kollegen verdächtigen den Freund von Anna-Lena: Bärni, den Pauker der Luzerner «Pilatusspöitzer». Am «Satans-Ball» in Sarnen rächen sich die Basler an den Luzernern und attackieren sie mit Hellebarden. Es gibt mehrere Verletzte. «Aktuell»-Reporter Alex erfährt dabei von Anna-Lena, dass es ihr Freund war, der Ruedi getötet hat. Bärni wird festgenommen, er schweigt. Am Güdismändig zünden die «Rhyschiffer» am Luzerner Fasnachtsumzug Rauchpetarden und vermiesen den «Pilatusspöitzer» die Fasnacht. Die drohen: Falls Bärni nicht gesteht, wird es einen Totentanz geben.

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