Sonntags-Krimi – Folge 3 Verschüttet und fast erfroren

Die SonntagsBlick-LeserInnen meinen es gut mit Steuerverwalter Beck: 60,7 Prozent wollen, dass er noch lebt. Skilehrerin Erika und die Reporter retten ihn. Was er in der Schneehölle erlebt hat,ist schauderhaft. Und: Wo ist Hotelier Matti?

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Erika klaubt aus ihrer Skilehrerjacke eine Rettungsdecke und wickelt Martin Beck damit ein. Reporterin Sandra schaufelt derweil seine Beine frei,  als sie plötzlich die Luft anhält: In Becks rechtem Oberschenkel klafft eine Wunde, rundum ist der Schnee mit Blut getränkt. Erika legt einen Verband an. Als sie bemerkt, dass Henry immer noch Fotos schiesst, ruft sie ihm zu: «Ruf die Nummer 112 an und melde, dass die Retter uns aufgrund meiner Handy-Ortung finden werden. Und lass endlich das Fotografieren!» Henry telefoniert und sagt aufgeregt zu Erika: «Der Heli kann wegen Nebel nicht starten.» – «Sie sollen in den Turbach kommen. Wir werden den Verletzten irgendwie hinunterbringen.» Henry schaut sie mit grossen Augen an.

Eine gute Stunde später hat Erika aus ihren Stöcken, ihrem linken Ski, Ästen und mit Utensilien aus ihrem Notfallset wie Verbänden,einer weiteren Rettungsdecke und den Gummizügen aus ihrer Jacke eine «Bahre» gebastelt und den Steuerverwalter darauf angeschnallt. Jetzt fährt sie auf einem Ski zu Tal und manövriert den«Rettungsschlitten» vorsichtig die Hänge hinunter. Die Reporterkönnen ihr nicht helfen, haben mit sich selbst genug zu tun, denn die Abfahrt ist gefährlich. Kurz vor18 Uhr erreichen sie die Talsohle, wo die Sanitäter warten.

«Das Wunder von Gstaad», titelt am nächsten Tag «Aktuell». DerGerettete sei zwar schwer verletzt und wäre fast erfroren, schreibt Sandra in ihrem Text, sei jetzt aber ausser Lebensgefahr. «Doch wo ist Christian Matti? Liegt er nochirgendwo in dieser Schneehölle?»

Nachrichtenchef Renner ist nicht ganz zufrieden mit Sandras Artikel. «Was ist da oben wirklich passiert?», schnauzt er übers Telefon Sandra an. «Das war doch keinUnfall!» – «Ich weiss es nicht», sagtSandra. «Der Mann war nicht ansprechbar.» – «Sieh zu, dass du mit ihm reden kannst, sobald er zu sich kommt.» Renner legt auf. Obwohl die Reporterin sauer ist, geht sie mit Henry ins Spital. Sie erklärt den Schwestern forsch, dass sie und Henry den Verletzten gerettet hätten und sich erkundigen wollten, wie es ihm gehe. Wider Erwarten werden sie zu ihm gelassen. Beck ist bei Bewusstsein. Ohne zu wissen, dass die beiden «Aktuell»-Reporter sind, erzählt er: «Matti und ich gerieten in eine Lawine. Wir konnten uns retten, haben aber im Schneetreiben die Orientierung verloren.» Sie hätten sich ein Iglu gebaut und gewartet. Matti habe dann angefangen, ihn für seine Hotel-Pleite verantwortlich zu machen. «Du bist Teil des Schweizer Finanzsystems, du bist schuld, dass wegen dem hohen Franken keine Touristen mehr kommen», habe er immer wieder gesagt.Matti sei in einen Rausch geraten. Vermutlich habe er an Unterkühlung gelitten. «Ich bin dann aufgebrochen. Auf Skiern, zu Fuss. Matti verfolgte mich und schlug plötzlich mit einem Ski auf mich ein, verletzte mich, schleifte mich mit und buddelte mich in diesen Lawinenkegel ein. Ich solle verrecken, hat er geschrien.»

Renner hat also recht gehabt, denkt Sandra, Hotelier Matti wollte wegen der Frankenkrise den Steuerverwalter töten. Der Nachrichtenchef jubelt, als er davon erfährt. Sandra sagt aber: «Beck hat mir das nicht als Journalistin erzählt, er glaubt, ich sei seine Lebensretterin. Sollte ich nicht …»  «Der soll froh sein, dass er noch lebt. Ich haue die Story raus, und du suchst den Mörder!»

Ein schwieriges Unterfangen. Im Gstaader Pub rätseln die Einheimischen, was mit dem Hotelier passiert sein könnte. Einige meinen, er sei sicherlich nach Thailand unterwegs, um ein neues Leben anzufangen. Andere sind überzeugt, dass er sich umgebracht habe.Sandra findet am nächsten Tagheraus, dass Matti eine Alp besitzt. Mit Henry und Skilehrerin Erika kraxeln sie mit Schneeschuhen den Berg hinauf. Als Sandra durch ein Fenster der Alphütte linst, stockt ihr der Atem.

Publiziert am 15.03.2015 | Aktualisiert am 15.03.2015
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Was bisher geschah

Teil I + II: Nach Lawinenniedergängen bei Gstaad werden zwei einheimische Skifahrer vermisst – Steuerverwalter Beck und der finanziell angeschlagene Hotelier Matti. «Aktuell»-Nachrichtenchef Renner glaubt nicht an einen Unfall, sondern an ein Verbrechen, das in Zusammenhang mit der Frankenkrise steht. Reporter Sandra und Henry machen sich mit Skilehrerin Erika auf die Suche nach den Vermissten. Sie entdecken Fussspuren, dann eine Blutspur und rot verschmierte Skier. Schliesslich entdecken sie unter einem Lawinenkegel Steuerverwalter Beck.

Sonntags-Krimi

Den Fortsetzung-Krimi des SonntagsBlick schreibt Autor Philipp Probst ( www.philipp-probst.ch). Dabei entscheiden die Leser, wie die Geschichte weitergeht. Lesen Sie die aktuelle Folge und stimmen Sie ab, welches Szenario Sie bevorzugen. Die nächste Folge lesen Sie dann jeweils am folgenden Sonntag im SonntagsBlick und online.

Wie soll es weitergehen?»

  • 53,0% Christian Matti hängt an einem Holzbalken.
  • 47,0% Der Hotelier zielt mit der Armeewaffe auf Sandra.

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