Sonntags-Krimi – Folge 2 Panik am Satans-Ball

«Rhyschiffer»-Ruedi liegt tot im Anhänger des Cars. 56,6 Prozent unserer LeserInnen legten den Armen dorthin. Wurde der Trompeter von einem Luzerner Guggenmusiker umgebracht? Die «Rhyschiffer» sinnen auf Rache.

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Am Basler Claraplatz herrscht Entsetzen. Und Wut: Die Mitglieder der Guggenmusik «Rhyschiffer» können nicht fassen, dass Kollege Ruedi tot im Anhänger des Cars liegt. An seinem Kopf klafft eine grosse Wunde, die Zunge hängt aus seinem Mund, die Augen sind verdreht. Henry, der mit den Baslern im Car mitgereist ist, macht Fotos. Reporter-Kollege Alex beobachtet die Szenerie aus

sicherer Distanz. Ein «Rhyschiffer» ruft: «Das hat Ruedi nun davon, er hat mit der Freundin eines Luzerners rumgemacht!» Ein anderer präzisiert: «Die ‹Pilatusspöitzer› haben ihn ermordet!» Und ein dritter weiss: «Die haben den Toten in den Anhänger gelegt, als sie uns zum Abschied ihr Stück gespielt und den Bus aufgehalten haben. Diese Saubande, die muss dran glauben!»

Die Polizei trifft ein. Kommissär Olivier Kaltbrunner redet bis tief in die Nacht hinein mit den «Rhyschiffern». Viel erfährt er dabei nicht. Die meisten können sich nur bruchstückhaft an die Ereignisse in Schwäbisch Gmünd erinnern. Die meisten waren am internationalen Guggentreffen sturzbetrunken. Gedächtnisriss. Klar ist nur: Ruedi hatte in einem Hinterhof Sex mit einer gewissen Anna-Lena von der Frauengugge «Tutti-Frutti» aus Obwalden. Sie soll die Freundin des Luzerner «Pilatusspöitzer»-Paukers Bärni sein. Was bei der anschliessenden Schlägerei und den Stunden danach passiert ist, will keiner wissen. Dafür liefert der Gerichtsmediziner später die Todesursache nach: Ruedi wurde durch Schläge am Kopf schwer verletzt. Er erstickte wohl an Knochensplittern, die seine Atemwege blockierten.

Die Story von Alex und Henry wird in «Aktuell» gross aufgemacht. Chefredaktor Haberer hat sich dazu die Schlagzeile «Sex- und Blut-Fasnacht» einfallen lassen. Der Bericht löst im Web einen Shitstorm aus: «Es sei eine Schande, wie sich die Fasnächtler benehmen, und dass es dabei Tote gebe, sei nur logisch.» So der Tenor der Kommentarschreiber. Jene Stimmen, die sagen, das alles habe nichts mit Fasnacht zu tun, gehen unter.

Kommissär Kaltbrunner erhält von den Kollegen in Schwäbisch Gmünd neue Infos: Offenbar wurde Rudolf Blaser in jenem Hinterhof getötet, in dem es zum Sex mit Anna-Lena Buchmüller gekommen war. Wie die Leiche in den Car-Anhänger

gelangte, bleibt aber unklar. Kaltbrunners Kollegen aus Luzern

und Obwalden befragen die Innerschweizer Guggenmusiker. Vor allem natürlich Anna-Lena, die bestätigt, mit Ruedi Sex gehabt zu haben. Deren Freund Bernhard Palmer wird vom Luzerner Kommissar Fröhlicher befragt. Doch niemand will wissen, was mit Ruedi passiert ist.

«So, so, hmm, hmm», kommentiert Olivier Kaltbrunner an der

Telefonkonferenz die Berichte seiner Kollegen. «Wir haben also rund 40 ‹Pilatusspöitzer› und 60 ‹Rhyschiffer›, die für die Tat in Frage kommen. Und noch 30 ‹Tutti-Fruttis›, falls wir in Betracht ziehen, dass auch Frauen einen Kerl derart schlimm zurichten können.» – «Die Frauen würde ich mal weglassen», meint der Obwaldner Kommissar Gasser. «So, so, hmm, hmm», antwortet Kaltbrunner und denkt still und leise, Gasser sei bloss eine faule Socke.

«Der Mörder ist Basler», sagt der Luzerner Kommissar. «Hast du die neuste Studie nicht gesehen? In

Luzern wohnen die glücklichsten Schweizer, in Basel die traurigsten!» – «Ach, und deshalb heisst du Fröhlicher?» Natürlich war das eine Frotzelei, aber Kaltbrunner weiss: durchaus möglich, dass ein Guggekolleg Ruedi getötet hat. Da Kaltbrunner selbst Guggenmusiker ist und er sich auf die Fasnacht freut, belastet ihn die Geschichte sehr.

Alex findet heraus, dass die «Rhyschiffer» nach Sarnen reisen wollen: zum «Tutti-Frutti-Satans-Ball», an dem die «Pilatusspöitzer» einen Gastauftritt haben. Also fährt der Journalist mit Henry auch dorthin. Die Basler, als Ritter verkleidet und mit Hellebarden und Speeren bewaffnet, verhalten sich lange ruhig im dekorierten «Höllen»-Saal. Sie trinken, tanzen zu den Melodien der Schlagerband, flirten mit den als Hexen verkleideten «Tutti-Frutti»-Girls. Als jedoch die «Pilatusspöitzer» in ihren Sennen-Kostümen im rot glühenden Festsaal aufkreuzen, stürmen die «Rhyschiffer» auf sie los, samt ihren Waffen in der Hand. Schreie. Die Musik verstummt. Panik bricht aus. l

Publiziert am 08.02.2015 | Aktualisiert am 08.02.2015
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Sonntags-Krimi

Den Fortsetzung-Krimi des SonntagsBlick schreibt Autor Philipp Probst ( www.philipp-probst.ch). Dabei entscheiden die Leser, wie die Geschichte weitergeht. Lesen Sie die aktuelle Folge und stimmen Sie ab, welches Szenario Sie bevorzugen. Die nächste Folge lesen Sie dann jeweils am folgenden Sonntag im SonntagsBlick und online.

Was bisher geschah

Teil I: Fasnächtler aus Basel, Luzern und Sarnen nehmen am Guggentreffen im deutschen Schwäbisch Gmünd teil. Sie schränzen und machen richtig Party. Ein Basler «Rhyschiffer» treibt es mit einer jungen Frau der «Tutti-Frutti»-Gugge aus  Obwalden. Diese ist offenbar die Freundin eines Luzerner «Pilatusspöitzer». Es kommt zum Streit. Zurück in Basel, machen die «Rhyschiffer» eine schreckliche Entdeckung.

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