Sonntags-Krimi – Folge 2 Auf der Blutspur

Skilehrerin Erika entdeckt unterhalb einer Felswand Fussspuren im Schnee. 55,5 Prozent unserer LeserInnen haben sich die dorthin gewünscht. Erika und die Reporter folgen der Spur. Führt sie die Reporter zu den vermissten Skifahrern – und einem Verbrechen?

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Henry hat zittrige Knie. Er weiss: Nur weil ihn Skilehrerin Erika nach seinem Sturz rechtzeitig stoppen konnte, ist er nicht über die Felswand in die Tiefe gestürzt. Jetzt hat er Schiss und weigert sich, auf den Ski im Tiefschnee weiterzufahren. «Los, Henry, du schaffst das», macht ihm Erika Mut. «Wir machen langsam.» – «Non, ça suffit, ich habe genug!», flucht Henry. Kollegin Sandra redet ebenfalls auf ihn ein: «Komm, vorwärts: Wir können nicht zurück. Wir müssen den Spuren unten an der Felswand folgen. Vielleicht wartet da unten eine Hammer-Story auf uns, denn die Spuren sind frisch. Die Vermissten leben also!» Sie blickt den Hang hoch. «Ausserdem schaffen wir es nie und nimmer, durch diese Schneehölle nach oben zu steigen.»

Der Hang ist tatsächlich steil – und die Lawinenkegel sind bedrohlich nahe. Ausserdem schlägt das Wetter um. «Reiss dich zusammen, Henry», sagt Sandra wirsch, «sei keine Memme!» – «Pass auf, was du sagst, Mädchen», antwortet er ihr und rafft sich auf. Erika traversiert den Hang oberhalb der Felswand. Schliesslich findet sie ein Couloir. Sie erklärt: «Also los, ihr fährt hinter mir her, macht jeden Schwung wie ich.» – «Merde, das schaff ich nicht!», schimpft Henry. Erika ermahnt ihn: «Ihr habt behauptet, dass ihr gute Skifahrer seid. Jetzt zeigt, was ihr könnt.»

Erika stürzt sich ins Couloir, Henry und Sandra folgen ihr. «Schwung, Schwung, Schwung!», schreit Erika. Lange geht alles gut. Doch dann fällt Sandra in den Schnee. Sie reisst Henry mit. Beide purzeln talwärts. Nach wenigen Metern landen sie auf einem flachen Vorsprung am Fusse der Felswand. Glück gehabt! Henry flucht zwar, passiert ist aber nichts.

Erika untersucht die Spuren, die sie aus der Ferne erspäht hatte. «Sie sind ganz frisch und stammen von mindestens zwei Personen.» – «Los, folgen wir ihnen, die müssen von den Vermissten sein», sagt Sandra. «Vielleicht konnten sie irgendwo in einer Hütte Zuflucht finden und so die fünf Tage heil überstehen.» Erika und die Reporter steigen aus ihren Ski, buckeln diese und stapfen den Spuren nach. Sie führen in den Wald. Kurz darauf erreichen die drei eine weite Fläche, darauf ist der Schnee gut sichtbar niedergetrampelt. An einigen Stellen ist er sogar rot gefärbt. «Blut», sagt Henry. Eine Skispur führt weg von der Stelle, sie ist allerdings verwischt. «So sieht es aus, wenn man jemanden auf einem Rettungsschlitten birgt», erklärt Erika. «Vielleicht hat da aber einer einen anderen über den Schnee geschleift», sagt Henry. Erika schaut ihn fragend an.

Die drei folgen den Spuren und finden nach gut hundert Metern Ski und Stöcke, sie liegen zwischen den Bäumen. Überall Blut, auch an einem der Ski. «Hier hat der Täter sein Opfer endgültig kalt gemacht», meint Henry. «Der Ski ist die Mordwaffe. Aber warum liess er die Leiche nicht einfach liegen, sondern hat sie weitergeschleift? Schaut! Da vorne geht die Blutspur weiter.» – «Hört endlich auf!», sagt Erika. «Wer weiss schon, was passiert ist?» – «Unser Chef, der spürt es im Urin», sagt Sandra und spielt auf Nachrichtenchef Renners siebenten Sinn für grosse Storys an.

Sie fahren weiter, erreichen etwas leichteres Gelände. Dichter Nebel behindert die Sicht. Sie kommen nur langsam vorwärts und entdecken neben einem weiteren Lawinenkegel perfekte Kurzschwünge im Tiefschnee – aber keine Schleifspuren mehr. «Himmel!», ruft Erika. «Was ist?» Erika starrt auf den Lawinenkegel. Aus dem Schnee lugt ein oranger Zipfel einer Jacke. Henry macht Fotos. Erika und Sandra beginnen zu buddeln. «Das ist Beck!» – «Der Steuerverwalter?», fragt Sandra. «Ja», antwortet Erika und befreit das Gesicht des Verschütteten vom Schnee. Sandra schaut Henry an und schüttelt den Kopf: «Dann hatte unser Boss also doch recht: Hotelier Matti hat aus Wut auf das Schweizer Finanzsystem Steuerverwalter Martin Beck umgebracht! Er machte ihn und die Frankenkrise für sein Schicksal verantwortlich.»

«Wartet!», ruft Erika. Einen Augenblick später schreit sie: «Oh, mein Gott!»

Publiziert am 08.03.2015 | Aktualisiert am 08.03.2015
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Was bisher geschah

 Nach Lawinenniedergängen bei Gstaad werden zwei einheimische Skifahrer vermisst: Steuerverwalter Beck und der finanziell angeschlagene Hotelier Matti. «Aktuell»-Nachrichtenchef Renner glaubt nicht an einen Unfall, sondern an ein Verbrechen, das in Zusammenhang mit der Frankenkrise steht. Reporter Sandra und Henry machen sich mit Skilehrerin Erika auf die Suche nach den Vermissten.

Sonntags-Krimi

Den Fortsetzung-Krimi des SonntagsBlick schreibt Autor Philipp Probst ( www.philipp-probst.ch). Dabei entscheiden die Leser, wie die Geschichte weitergeht. Lesen Sie die aktuelle Folge und stimmen Sie ab, welches Szenario Sie bevorzugen. Die nächste Folge lesen Sie dann jeweils am folgenden Sonntag im SonntagsBlick und online.

Wie soll es weitergehen?»

  • 53,0% Christian Matti hängt an einem Holzbalken.
  • 47,0% Der Hotelier zielt mit der Armeewaffe auf Sandra.

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