Maja unverblümt Sie ist ein fucking Rockstar

  • Publiziert: 12.02.2010

Meine Schwester raucht nicht. Sie ist keine Headbangerin, sie mags gern schick und schön. Kurz: Sie ist das Gegenteil von mir und mein grösster Star.

Wertes Schwesterherz: Oft sind wir uns sicher: Eine von uns wurde im Krankenhaus vertauscht.
  • Deine Augen glänzen bei Miu Miu-Taschen ab 3500 Stutz, meine bei knallgrünem Nagellack für 1.90 aus dem Wühlkorb.
  • Mit der Kohle, die du für ein paar Stiefel ausgibst («Maja, sie waren wirklich ein Schnäppchen»), finanziere ich mir eine ganze Saison-Kollektion von H&M und Zara.
  • Ich bin süchtig nach Tatoos und Zigis, du nach Rolex-Uhren und Urlaub in 7-Sterne-Hotels.
  • Samstags gehst du ins Yoga. Ich spiele «Singstar» auf der pinken Playstation.
  • Wenn du Sonntags aufstehst um dein Golf-Handicap zu verbessern, geh ich erst zu Bett.
  • An einen Round Table würdest du mit Schiller und Goethe bei Rindsfilet über Literatur sprechen. Ich würde mit Charlotte Roche und Til Schweiger eine Schaumparty feiern. Ohne Worte.

Ausserdem wars auch nicht immer toll, meine grosse Schwester zu sein:

  • Kinderzimmer an Kinderzimmer musstest du dir wochenlang Songs wie «An Angel» von der Kelly Family und «To be with you» von Mister Big anhören. Sorry 1
  • Du musstest du mich kleines und sehr nerviges Kind ständig überall mitnehmen. Sorry 2.
  • Hab ich dich mal beim knutschen erwischt, rannte ich sofort zu Mum petzen. Sorry 3.
  • Du musstest mir jahrelang ins Gewissen reden, weil ich die konsequenteste Schulschwänzerin unserer Hood war. Sorry 4.
  • Haute ich bei Hausarrest durchs Fenster ab, musstest du mich stets decken: «Doch doch, Maja ist wirklich da, sie war nur müde und schläft schon». Sorry 5.

Dennoch sind wir uns heute hie und da einig:
  • Mit Michi Beck von den Fantastischen Vier und mit Patrick Dempsey würden wir beide gehen.
  • Promi-Klatsch lässt unsere beiden Herzen höher schlagen.
  • An Jugo-Konzerten können wir gemeinsam nächtelang durchtanzen – und über weisse Lackschuhe der anwesenden Dragans lachen.

Jetzt ist es an der Zeit, dir Danke zu sagen:
  • Danke, dass du auch morgens um drei Uhr ans Telefon gehst und mir gut zuredest, wenn ich mich mal wieder in irgendeine Scheisse geritten habe.
  • Danke, dass 80 Prozent meines Hab und Guts aus Geschenken von dir besteht.
  • Danke, dass du mir Arschtritt um Arschtritt verpasst, wenn ich Unangenehmes vor mich herschiebe. («Geh endlich deinen Pass erneuern!»)
  • Danke, dass du mir mit deinen perfekt manikürierten Nägel heute noch den Rücken kraulst, wenn ich bei dir auf dem Sofa «Gute Zeiten Schlechte Zeiten» gucke.

Weltallertollste grosse Schwester: Happy, happy Birthday. Ich liebe dich.
play Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).

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